Innovative Mobilitäts-Management Lösungen
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Liebe Leserin, lieber Leser,

Viele Handbücher und Leitfäden bringen es zum Ausdruck: im Mobilitäts-Management (MM), wie in vielen anderen Bereichen, ist es unnötig das Rad neu zu erfinden. Aus den zahlreichen Erfahrungen von anderen Verkehrsexperten in ganz Europa kann eine Menge gelernt werden. Deswegen ist eines der wichtigsten Ziele der EPOMM, den Austausch von Wissen und Erfahrung zu fördern. Ab und zu aber stößt man auf Praktiken, die bisher nur vereinzelt ausprobiert wurden oder die in Europa noch nicht weit verbreitet sind. Diese innovativen MM Konzepte stehen im Mittelpunkt dieses e-update. Natürlich sollte Innovation kein Selbstzweck sein. Jede Stadt oder jedes Projekt-Team sollte diejenige Lösung suchen, die am besten zu ihrer Situation vor Ort passt, egal ob sie zuvor bereits häufig angewendet wurde, oder sie eine bahnbrechende Neuheit ist.

 

 

Unternehmen an Bord holen





In den 1980er Jahren entstand in Nordamerika die Idee lokale Mobilitätsnetzwerke zu bilden um die Kräfte, welche die Pkw-Nutzung von Pendlern in einem bestimmten Gebiet managen, stärker zu bündeln. Das Konzept konnte bisher nicht viele Anwender in Europa finden, und Forschungsergebnisse über die Wirksamkeit solcher lokaler Netzwerke bleiben Mangelware.



Das ist der Grund weshalb das TRAVEL PLAN PLUS Projekt solche Netzwerke in vier verschiedenen Ecken Europas umzusetzen versucht und ihre Auswirkung bewerten will. Die potenziellen Vorteile sind klar: durch die Bündelung der Kräfte und Ressourcen kann mehr erreicht werden und der Umfang der Maßnahmen erweitert werden. In der Praxis können diese Netzwerke in Abhängigkeit von Art und Umfang der Beteiligung der Partner, dem formalen Grad der Organisationsstruktur, der Verfügbarkeit von Ressourcen und Finanzmitteln und dem Spektrum der behandelten Themen (nur Verkehr oder breiter Fokus) viele Formen annehmen. Detailliertere Informationen über die möglichen Formate können in dem TRAVEL PLAN PLUS Literaturbericht gefunden werden und es ist auch geplant, einen Workshop zu lokalen gebietsbezogenen Mobilitätsplänen auf der nächsten ECOMM abzuhalten.



Im kürzlich abgeschlossenen COMMERCE Projekt wurde bereits erfolgreich etabliert, was Projekt-Partnerstädten Mobilitätsplan-Foren genannt wird. Diese Foren wirkten als treibende Kraft für die Einführung lokaler Mobilitätspläne und schafften es, viele wichtige Akteure zu mobilisieren. Auch nach dem Ende des Projekts kann es weiterhin als nützliche Ressource benutzt werden. Durch die COMMERCE Gruppe werden auch nach Abschluss des Projektes auf der Website Allinx network site wichtige Informationen ausgetauscht. Die erfolgreiche Golden Mile Transport Group in London, unterstützt durch COMMERCE, kann als ein inspirierendes Beispiel für ein lokales Netzwerk von Mobilitätsplänen dienen. Das Netzwerk setzt auf renommierte Veranstaltungen wie der Golden Mile Abend, um neue Unternehmen zu interessieren. Lesen Sie alles über die COMMERCE Ergebnisse im letzten COMMERCE Newsletter und sichten Sie die Standards für betriebliches Mobilitätsmanagement.



Ein Weg, um den Autoverkehr zum Arbeitsplatz zu managen, ist die Telearbeit zu fördern. Um günstige Bedingungen für Telearbeit zu schaffen, hat das Smartwork Netzwerk in den Niederlanden begonnen das Angebot für flexible Arbeitsplätze auszubauen. Mit dem Slogan "Arbeit ist etwas, was Sie tun. Nicht irgendwas wo Sie hingehen...", betreibt das Smartwork Netzwerk in den Niederlanden fast 100 Arbeitsstätten, an denen jeder Arbeitnehmer die Möglichkeit hat, einen Arbeitsplatz, einen Tagungsraum oder eine Telefonkonferenz temporär zu reservieren. Die Idee dahinter ist, dass die Arbeitnehmer einen Arbeitsplatz finden in Fahrradentfernung zu ihrem Wohnstandort oder zu dem Ort, an dem sie sich gerade an diesem Tag befinden - und somit der Verkehrsaufwand verringert wird.



Vielerorts wurden bereits Kombi-Tickets oder „Smart PT-Tickets“ wie der Londoner Oyster Card entwickelt. Die niederländischen Anbieter MobilityMixx und Wantogo entwickelten diese Idee einen großen Schritt weiter. Mit ihrer Mobility Card können Arbeitnehmer ein breites Spektrum an Dienstleistungen buchen: Mobilitätsberatung anfragen, Bahn-oder Busfahrten bezahlen, ein Taxi reservieren, einen Parkplatz nahe dem Bahnhof mieten, eine Fahrgemeinschaft buchen, eine Telekonferenz arrangieren... Die Rechnung wird direkt an den Arbeitgeber geschickt. Die Tatsache, dass die Reisekosten nicht mehr dargestellt werden müssen - mit dem Risiko, dass keine Nachweise vorliegen - spart eine Menge Zeit und Geld für Arbeitnehmer und Arbeitgeber.

 

 

“Travel smart” von klein auf


Eltern mit kleinen Kindern nutzen bevorzugt das Auto als Hauptverkehrsmittel. Außerdem zeigen Kinderbücher, Bilder oder Spielzeuge, die mit dem Thema Verkehr und Mobilität zu tun haben, fast immer ein Auto oder einen LKW. Schon in jungen Jahren werden Kinder auf motorisierte Fahrzeuge konditioniert. Das europäische Projekt BAMBINI hat das Ziel diese Art der Sozialisation zu ändern. Zu diesem Zweck entwickelt BAMBINI für Kinder im Alter von 0 bis 6 innovative und inspirierende Spielzeuge und Bücher über nachhaltige Verkehrsträger. Diese Spielzeuge und Bücher werden in Kinderkrippen, Kindergärten und Vorschulen in 11 verschiedenen Ländern verteilt und getestet. Zur gleichen Zeit wird auch den Eltern bewusst gemacht, wie wichtig das Thema Mobilitätssozialisation ist. In von BAMBINI organisierten Workshops sollen MitarbeiterInnen von Schwangerschaftskursen, Kindertagesstätten und Kindergärten motiviert werden, die Eltern umweltfreundliche Verkehrsträger zu informieren und zu deren Nutzung anzuregen. Die Fachkräfte in Kindertagesstätten und Kindergärten werden ebenfalls dazu angeregt, mehr Aktivitäten rund um das Thema nachhaltige Mobilität in ihrer täglichen Praxis zu entwickeln. Unterstützt durch diese professionellen und wohlgestalteten Spielsachen und Bücher werden Kinder hoffentlich immer häufiger von klein auf umweltfreundlich unterwegs sein.

 

 

 

„Travel smart“ für Alle

„Wenn sie mit einem Bus unterwegs sind, denken sie an Tarzan, der sich von einer „Liane“ zur nächsten bewegt, ohne dabei die letzte los zu lassen, bevor er nicht die nächste sicher in Händen hat.“ Das ist einer der Tipps, die Angelika Gasteiner vom Stadtbus Salzburg gibt, wenn sie älteren Personen nahebringt, wie man Bus fährt. Sie teilt diese Tipps mit anderen auf der Website NICHES+. Das europäische Projekt NICHES+ zielt darauf ab, innovative Maßnahmen im Mobilitätssektor aus ihrer "Nischen"-Position in die alltägliche Praxis zu überführen. Im Bereich des MM haben sie drei innovative Konzepte erarbeitet, die sich der Zugänglichkeit von Verkehrsmitteln für Menschen mit eingeschränkter Mobilität widmen (Senioren, Behinderte, Kinder, Menschen mit Lernschwierigkeiten ...):






Blinde und sehbehinderte Fahrgäste haben in Brighton & Hove im Vereinigten Königreich Großbritannien eine besondere Aufmerksamkeit erhalten. Der Stadtrat hat über 20 "sprechende Haltestellen" im Jahr 2007 installiert. Die Passagiere erhalten einen Schlüsselanhänger, der ein Signal abgibt, wenn sie in die Nähe einer „sprechenden“ Bushaltestelle kommen. Durch Drücken des Anhängers "spricht" die Bushaltestelle zu ihnen, gibt ihnen Informationen welche Verbindungen dort angeboten werden und wohin sie gehen.



Der Schwerpunkt des AENEAS Projektes liegt auf älteren Menschen. AENEAS hat viele Best Practice-Beispiele zusammengetragen, um nachhaltige Mobilität bei älteren Menschen über einen „Study Tour Catalogue“ zu fördern. Eines der vorgestellten Beispiele ist das Cyclopousse, ein Fahrradtaxi in der französischen Stadt Villeurbanne. Dieses Taxi bringt die Bewohner von drei Altenheimen zu den beliebtesten Reisezielen in der Stadt. Ein weiteres Projekt ist das "PatenTicket"-Projekt in Köln, Deutschland, in dem ein Pate mit viel Erfahrung in der Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel einen Freund oder Verwandten die Nutzung von Bussen und Bahnen nahebringt.

 

 

Verkehrsmittelübergreifend denken


Öffentliche Verkehrsmittel bieten nicht immer eine gute Anbindung des eigenen Wohnstandortes oder eine gute Verbindung zu den individuellen Zielorten. Deshalb wurden innovative Konzepte entwickelt, die die Vorteile des Fahrrads auf kurzen Distanzen mit dem Komfort des Öffentlichen Verkehrs für längere Distanzen verbindet. Der belgische PT-Betreiber TEC hat beispielsweise eine Dauerkarte entwickelt, die den Zugang zu den TEC-Bussen und die Verwendung eines speziell entwickelten Faltrades während eines Jahres erlaubt. Sehen Sie hier das Video (Französisch gesprochen, aber mit sehr eindeutigen Bildern zu dem benutzerfreundlichen System).

 



 

Nachhaltige Lösungen für den Lieferverkehr

Auch im Bereich des städtischen Lieferverkehrs werden zunehmen MM Lösungen eingeführt. Mehr und mehr Städte haben ein Güterverteilzentrum vor den Toren der Stadt, in denn die Waren gebündelt und durch nachhaltige Verkehrsträger wie dem cargo bike ausgeliefert werden. Siehe zum Beispiel:





Auch Courier-Dienstleister entdecken die Vorteile der nachhaltigen Verkehrsträger, wie zum Beispiel das FedEx Dreirad (video) in Paris. Es erlaubt FedEx die Produktivität pro Paket im Vergleich zu klassischen Fahrzeugen von 20 bis 50% zu erhöhen!

Der STEER-Programm des IEE ist in Verhandlungen über die Unterstützung eines neuen EU-Projekt namens CYCLELOGISTICS, dass die Möglichkeiten des Warentransports durch Muskelkraft untersuchen möchte - wir werden davon in naher Zukunft berichten.

 

 

Auf der Suche nach Innovationen?


Sie suchen einen neuen Weg, um Mobilität in Ihrem lokalen Kontext zu managen? Auf der EPOMM Website lassen sich viele interessante Fallstudien aus ganz Europa finden. Es werden auch Kontaktdaten zur Verfügung gestellt, damit sie die beteiligten Personen nach ihren Problemen und Lösungen fragen können. Prüfen Sie auch die 10 Tipps für erfolgreiche MM Innovationen der NL Agentur allinx.

 

 

Währenddessen im Land der Techniker...


Wie auch MM Verfahren sich weiterentwickeln und verbreiten, werden viele technische Innovationen entwickelt. Diese können für MM Maßnahmen eine große Unterstützung bedeuten, in dem sie z.B. die Geschwindigkeit, den Komfort und die Attraktivität nachhaltiger Verkehrsmittel verbessern.

Schauen Sie sich diese Konzepte an:



  • Die bike monorail (YouTube video) .
  • Der Bedarfsverkehr superbus (YouTube video), fähig auch auf normalen Straßen und gesondert gebauten Straßen zu fahren, wo er eine Geschwindigkeit von 150 bis 200 km/h erreichen kann (lesen sie hier mehr darüber).
  • Der Chinese straddling bus (YouTube video), der über dem Autoverkehr fährt.
  • Eine neue technische Lösung, um ein Carsharing-Fahrzeug mit dem Handy zu öffnen (siehe Pressemitteilung).
  • Ein Telematikgerät, das misst wie viel und wie sicher sie fahren und unmittelbar Einfluss auf ihre Versicherungskosten nimmt (siehe z.B. dieses britische Versicherungssystem). Siehe auch diesen Artikel von dem Victoria Transport Policy Institute über Pay-As-You-Drive Versicherungen.
  • Das ThinBike (video), die ideale Lösung ihr Fahrrad in einem schmalen Flur abzustellen.


Einige Städte bevorzugen indessen längst vergessenen Lösungen, wie die belgische Stadt Oudergem. Für einige ihrer Aufgaben, wie Abfallsammlung und Instandhaltung der Fußwege, hat sie drei... Brabant Darfter Pferde gemietet! (siehe diesen ELTIS Newsbeitrag)

 

 

AENEAS Abschlusskonferenz

Umweltfreundliche Mobilität für ein aktives Leben im Alter
Älteren Menschen ein aktives, gesundes und sozial engagiertes Leben ermöglichen



AENEAS is a European project in the framework of the Intelligent Energy Europe (IEE) programme. Its acronym stands for "Attaining Energy-Efficient Mobility in an Ageing Society."



ist ein europäisches Projekt im Rahmen des Intelligent Energy Europe (IEE) Programms. Die Abkürzung steht für "Attaining Energy-Efficient Mobility in an Ageing Society". Die AENEAS Abschlusskonferenz, wird die Herausforderungen des demographischen Wandels hervorheben, veranschaulichen, wie die vorgeschlagenen Aktivitäten in fortschrittliche urbane Mobilitätspolitik passen und demonstrieren, wie andere Städte die von den fünf AENAES Städten entwickelten und erprobten innovativen Maßnahmen anwenden können.



Datum: 8. April, 09:00 - 15:30

Ort: Brüssel, Belgien



Die Teilnahme an der Konferenz ist frei, aber die Registrierung ist verbindlich. ZUR REGISTRIERUNG

 

 

Car-sharing Workshop in Bremen

Die Stadt Bremen und das momo Projekt (more options for energy efficient mobility through Car-Sharing) laden Sie herzlich zu ihrem Workshop über car-sharing am Mittwoch, 23. Februar, in Bremen ein. Der Workshop wird sich auf die ökonomische Dimension von car-sharing konzentrieren - z.B. wie car-sharing den Städten helfen kann, Geld zu sparen, wie öffentliche Verkehrsbetriebe neue Zielgruppen gewinnen können und wie car-sharing-Betreiber effiziente Servicestrukturen und attraktive Preise liefern können. Der ganztägige Workshop ist kostenlos - aber eine baldige Registrierung notwendig (vor dem 17. Februar), da die Teilnehmerzahl begrenzt ist. Für weitere Informationen, kontaktieren sie Michael Frömming (momo@umwelt.bremen.de).

MOMO Webseite.

 

 
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