Carsharing
Language:     en | de | fr | it
ECOMM website allinx feedback subscribe unsubscribe fullscreen news archive
 

Liebe Leserin, lieber Leser,,

Auf Reisen und Wegen, die schwierig zu Fuß, mit dem Rad oder mit Bus und Bahn zu bewähltigen sind, ist Carsharing eine nachhaltige Alternative zum eigenen Auto. Carsharing befindet sich bei einem schnell wachsenden Markt immer noch in der Entwicklung. Die größeren europäischen Städte und Länder verbessern kontinuierlich ihren Service und tauschen ihre Erfahrungen untereinander aus. In diesem Newsletter präsentieren wir Ihnen, welche Entwicklungen sich im Carsharing seit dem letzten Newsletterzum Thema Carsharing vollzogen haben. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf dem europäischen Projekt "momo". Wir definieren Carsharing als einen Mitglieder basierten Service, der es den Mitgliedern den Zugang zu Fahrzeugen ermöglicht, die auch von anderen Mitgliedern genutzt werden (in England oft "Car Clubs" genannt). Carsharing ist aber nicht gleichzusetzen mit Carpooling (Bildung von Fahrgemeinschaften; in UK oft als Carsharing bezeichnet).

 

 

Verbreitung von Carsharing in Europa: das momo Projekt*

www.momo-cs.eu



www.momo-cs.eu







www.momo-cs.eu











*Aufbauend auf einem Text von Michael Glotz-Richter und Michael Frömming (momo@umwelt.bremen.de)


Wie ein innovativer Mobilitätsservice weiterentwickelt wird
Heute gibt es mehr als 400.000 Carsharing Nutzer in Europa. Besonders in der Schweiz, in Deutschland, den Niederlanden, Belgien und in England (London) ist Carsharing bereits sehr gut entwickelt. Trotzdem gibt es immernoch viele Städte in Europa, die (noch) keinen Carsharing Service bereitstellen. Diese ungleiche Situation gibt dem europäischen Carsharing Projekt "momo" (more options for energy efficient mobility) einen besonderen Wert - es vereint Partner mit einer großen Carsharing Erfahrung und "Neulinge" in der Entwicklung von Carsharing, wie Tschechien und Griechenland. Das "momo" Projekt zeilt darauf, mindestens 20.000 neue Nutzer in den Partnerländern zu gewinnen. Die bekanntesten Modellprojekte laufen zur Zeit in Bremen, Brüssel und einigen anderen belgischen Städten, da diese auch ÖPNV Betreiber aktiv miteinbezogen und Erfahrungen im Wissenstransfer an Carsharing-Einsteiger haben.

Die Vorteile von Carsharing
Carsharing hat eine Reihe von sehr positiven Einfluss auf die städtische Umwelt und das Mobilitätsverhalten:
- Carsharing-Fahrzeuge ersetzen vier bis zehn private Fahrzeuge - ein wichtiger Schritt, um Straßenraum für wichtigere Nutzungen als das Parken von Fahrzeugen zurückzugewinnen.
- Carsharing macht es möglich, das am besten geeignete Verkehrsmittel für Ihren Wegzu finden. Weil kleinere Autos weniger als kosten größere, wird die Nutzung von Kleinwagen gefördert, was zu der Reduktion von CO² Ausstoß und dem Verbrauch von Kraftstoff führt.
- Das Prinzip "Zahl soviel wie du fährst" erhöht die Aufmerksamkeit für die Kosten eines einzelnen Weges - was die Nutzung von nachhaltigeren Verkehrsmitteln fördert.
- In Verbindung mit einem modernen Fuhrpark von emissionsarmen Fahrzeugen, führt der Wechsel zu nachhaltigen Verkehrsmitteln zu einer signifikanten Reduktion von verkehrsbedingten CO² Emissionen (ungefähr 200 - 290 kg CO² pro aktivem Nutzer im Jahr).

Das "momo" Projekt drängt die Europäische Kommission dazu, mehr Maßnahmen zu ergreifen, um das volle Potential von Carsharing in allen europäischen Städten auszuschöpfen. Rechnet man die bereits bestehenden Carsharing-Erfolge auf die Europäische Union (EU25) hoch, so könnte Europa eine Reduktion der CO² Emissionen von ungefähr 850.000 Tonnen und eine Reduktion von mehr als 500.000 privaten Fahrzeugen im städtischen Straßenraum erreichen, was einen Rückgewinn von 2.500 Hektar Freiraum bedeutet. Darüber hinaus scheint Carsharing sehr gut in den neu aufkommenden urbanen Lebensstil zu passen. Die neusten Trends unter jungen Stadtbewohnern zeigen: das Auto ist nicht länger hip, Carsharing ist cool und große Fahrzeuge sind eher etwas für ältere Leute - sie werden sogar manchmal "Viagra aus Chrom" genannt. (Quelle: Timescout 2008 Trend Study (DE)).

Das Modellprojekt Bremen
Die Stadt Bremen ist ein Vorreiter auf dem Feld des Carsharing. Heute gibt es mehr als 6.200 Carsharing-Nutzer in Bremen (ca. 547.000 Einwohner). Carsharing hatte durch die Substitution von ungefähr 1.500 privaten Fahrzeugen einen wichtigen Einfluss auf die Parkplatznachfrage in der Innenstadt. Um einen ähnlichen Effekt durch den Bau von Garagen zu erzielen, hätten 25 bis 40 Mio. Euro investiert werden müssen! 2009 entwickelte die Stadtverwaltung einen "Carsharing Aktionsplan". Dieser Plan gibt das Ziel vor, bis 2020 mindestens 20.000 Carsharing-Nutzer zu aktivieren (viermal mehr als Anfang 2009). Zentrale Elemente dieses Plan sind ein Netzwerk von oberirdischen Carsharing-Stationen in der Innenstadt ("mobil.punkt"), eine erweiterte Öffentlichkeitsarbeit (z.B. die Kampagne "Würden Sie für ein Glas Milch eine Kuh kaufen?") und die Integration von Carsharing in die Stadtentwicklung, den öffentlichen Verkehr und das Flottenmanagement. Die Stadt Bremen wurde ausgewählt, um ihre Erfahrungen mit Carsharing auf der EXPO 2010 in Shanghai zu präsentieren. Für die Besucher derr EXPO wurde speziell eine Informationswebseite zum Carsharing entwickelt.

 

 

Ein blühender Markt

Die Tatsache, dass Carsharing ein wachsender Markt ist, wird durch die vielen Carsharing-Gesellschaften bewiesen, die inzwischen international agieren, wie zum Beispiel Greenwheels, Cambio, Mobility Carsharing International und Connect by Hertz. In den USA ist der Betreiber Zipcar massiv gewachsen. Er ist durch die Verbindung mit dem britischen Betreiber Streetcar nach Übersee expandiert und ist nun dabei, ein börsennotiertes Unternehmen zu werden.

 

 

Integration in den öffentlichen Verkehr

© 2011 Daimler AG. All rights reserved.

2009 gründete die International Association of Public Transport (UITP) eine Plattform für kombinierte Mobilitätals Nachfolge der ehemaligen Dachorganisation European Car Sharing (ECS) und der UITP-Carsharing- Plattform. Diese Plattform unterstreicht die Notwendigkeit für öffentliche Verkehrsbetriebe, Bündnisse mit Taxiunternehmen, sowie Fahrrad- und Carsharing-Unternehmen einzugehen, um den VerkehrteilnehmerInnen zu ermöglichen, sich ohne ein eigenes Auto einfach von Tür zu Tür fortzubewegen.

Carsharing führt nachweislich zu einem Anstieg der Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel führt (dazu einige Statistiken hier). Aus diesem Grund haben sich viele öffentliche Verkehrsbetriebe mit Carsharing-Betreibern zusammengeschlossen und sorgen nun dafür, dass es immer mehr Carsharing-Stationen in der nahen Umgebung von ÖPNV-Stationen gibt oder dass kombinierte Abonnements oder Rabatte entwickelt werden. Als Beispiel werfe man einen Blick auf dasBus+Auto, Zug+Auto und Taxi+Auto-Angebot des kanadischen Betreibers Communauto. Im UITP Bremen Paper finden sich einige Hinweise und Tipps zur Bildung einer ertragreichen Partnerschaft.

In den Niederlanden erkannte der unternehmensorientierte Carsharing-Betreiber Mobility Mixx (NL) die Wichtigkeit der Zusammenarbeit von Carsharing und öffentlichem Verkehr. Er erweiterte sein Angebot und etablierte sich als umfassender Mobilitätsserviceanbieter, was Carsharing, Mietwagen, Reservierungen für den öffentlichen Verkehr, Park and Ride-Service, Routenplanung, Reisekostenmanagement und viele Weitere einschließt.

 

 

Bündnisse mit Kommunen und Betrieben bilden

reservierter Parkplatz für Carsharing


Für öffentliche und private Flottenbetreiber (Gemeinden, Betriebe.) kann Carsharing die perfekte Lösung sein, um ihre Flottengröße zu reduzieren und Wartungskosten einzusparen. Deshalb engagieren sich mehr und mehr von ihnen in Partnerschaften mit lokalen Carsharing-Betreibern. In einigen Fällen werden die gemeinsam genutzten Fahrzeuge exklusiv von den Angestellten der jeweiligen Kommune oder Firma während der Bürozeit genutzt. Nachmittags und an den Wochenenden können die gleichen Fahrzeuge von anderen Mitgliedern der Nutzergemeinschaft reserviert werden. Betrachten sie hierzu z. B. die Städte Berkeley (USA) und Vancouver (Kanada) in dieser Sammlung von Zeitungsartikeln. Kommunen können ebenfalls eine wichtige Rolle bei der Bereitstellung von Parkflächen oder anderer Unterstützung für Carsharing-Betreiber spielen. Im texanischen Austin machte Car2go einen "No-Cost-Deal" mit der dortigen Stadtverwaltung. Für die Möglichkeit, auf jeder öffentlichen Parkfläche frei parken zu dürfen, handelte die Stadtverwaltung Austin die freie Nutzung der "car2go"-Flotte für ihre Mitarbeiter aus (mehr zu car2go weiter unten).

 

 

Saubere und einfach zu nutzende Fahrzeuge

© 2011 Daimler AG. All rights reserved.


Durch höhere Nachfrage nach und ein größeres Angebot von Carsharing-Produkten verbessert sich auch der technologische Fortschritt der Carsharing-Leistungen. Die Möglichkeit der Online-Reservierung ist üblich; Smartphone-Apps sind auf dem Vormarsch, um die Verfügbarkeit zu überprüfen und zu reservieren. Um sowohl Benutzerfreundlichkeit als auch Sicherheit zu verbessern, werden neue Technologien für die Fahrzeuge entwickelt. Die meisten Fahrzeuge werden mit einer Smartcard geöffnet. An einigen Standorten ist dies auch per Mobiltelefon möglich (z.B. beim City Car Club in Finnland, Estland oder Schweden). Für Carsharing-Betreiber hält der Markt fortgeschrittene Software bereit, die alle Aspekte des Carsharing Service regelt (z.B. Mobisys von Mobility Switzerland).

Weiterhin gibt es eine starke Tendenz, emmissionsarme Fahrzeuge in die Flotten aufzunehmen. Nach einem jüngsten Forschungsbericht wird bis zum Jahr 2016 jedes fünfte Carsharing-Auto elektrisch angetrieben werden. Das NICHES+ Projekt brachte einige Richtlinien zur Nutzung elektrischer Fahrzeuge im städtischen Carsharing hervor. Die Region Paris ist führend mit ihrem großangelegten Carsharing-System Autolib' (FR), das ab Oktober 2011 einsatzbereit sein wird (Information in english hier). Die Region fasste den bahnbrechenden Beschluss, dass alle 3000 Auto-Lib´-Fahrzeuge elektrisch angetrieben sein sollen. Ein weiterer Vorzug des Autolib´- Systems wird der Ein-Weg-Service sein: Wie im Bikesharing-Program Velolib´ werden die Autolib´-Nutzer ihr Fahrzeug nicht zur Ausgangsstation zurückbringen müssen, von der sie es bezogen haben. Sie können es an einer beliebigen Autolib´-Station abgeben.

 

 

Flexibilität zahlt sich aus

© Crown copyright, 2010 - www.highways.gov.uk

Der Ein-Weg-Service ist einer der Schlüsselfaktoren des außergewöhnlich erfolgreichen Anbieters Car2go. In Ulm, wo Car2go begann, sind 90% der Carsharing-Buchungen nur für einen Weg (one-way). Heute sind 10% der Ulmer Einwohner Car2go Kunden. Gerade bei jungen Menschen ist das Angebot sehr beliebt, 60% der Kunden sind jünger als 36 Jahre. Car2go bietet eine Menge Flexibilität, die Flotte umfasst 200 Fahrzeuge, Reservierungen sind nicht notwendig und die Bezahlung erfolgt pro Nutzungs-Minute. Parken ist ebenfalls einfach: Die Fahrzeuge können auf jedem öffentlichen, zeitlich nicht eingeschränkten Stellplatz geparkt werden, sowie auf Parkflächen der Stadt Ulm, die nicht bewirtschaftet werden. Zusätzlich steht eine große Anzahl an Parkflächen von ausgewählten privaten Anbietern den Car2go Kunden exklusiv und ohne zusätzliche Kosten und ohne Zeitbeschränkung zur Verfügung. Nach erfolgreicher Expansion in den USA (Austin, Texas) wird Car2go nun auch in Hamburg aktiv (für mehr Informationen bitte hier klicken).

 

 

Privates Carsharing

© 2011 Daimler AG. All rights reserved.

Bis hier hin wurden in diesem E-Update Carsharing-Innovationen von professionellen Carsharing-Betreibern diskutiert. Starkes Wachstum erfährt aber auch die gemeinsame Nutzung eines Fahrzeugs innerhalb einer privaten Gruppe ("Nachbarschaftsauto", privates Carsharing). Die momo-Website beinhaltet einen Steckbrief über privates Carsharing. In Belgien unterstützt das Flämische Zentrum für privates Carsharing Autopia (NL) Einzelpersonen, eine private Carsharing-Gruppe zu bilden. Sobald sich die Gruppe gefunden hat, bietet Autopia Dienste an wie Reservierungskalender, spezielle Versicherungspolicen oder Vorlagen für Verträge und Regelwerke oder Hilfsmittel für die Berechnung und Festlegung von Preisen. Einige Städte unterstützen Mitglieder von Autopia, indem sie ihnen freie Parkmöglichkeiten einräumen, freie Parkkarten oder eine Mitgliedschaft bei Autopia ausgeben. In Großbritannien gibt es die Online-Plattform Whipcar für die Vermietung von Privatfahrzeugen. In den USA zeichnet sich mit der Etablierung von RelayRides. ebenfalls ein Wachstum des privaten Carsharings ab. Lesen sie mehr über privates Carsharing in diesem Blogbeitrag.

 

 

Bleiben sie dran

© 2011 Daimler AG. All rights reserved.

Um die Entwicklungen im Bereich des Carsharing weiter verfolgen zu können, empfehlen sich folgende Hinweise:

- Carsharing.US, ein exzellenter amerikanischer blog über die jüngsten Entwicklungen auf dem Sektor Carsharing. Siehe zum Beispiel diesen Überblick über die größten Entwicklungen im Jahre 2010.
- Der nordamerikanische Carsharing network blog und seine Carsharing-links.

Und hier einige zusätzliche Hinweise und Fallstudien zur weiteren Information:

- Momo Fact Sheets in English, German, Finnish, Dutch, Greek, French and Czech.
- Momo carsharing calculator: Rechne nach ob Carsharing eine gute Alternative zum privaten Pkw darstellt.
- CIVITAS II Policy Advise Note über Carsharing und Carpooling
- Hier finden Sie einige nette Videos, die die Vorteile von Carsharing zeigen and erläutern, wie es funktioniert: Momo Video (verschiedene Sprachen), Mobility Carsharing Video, und dasZipCar Video.
- Der Moses guide: Schlüssel zum Carsharing (2005)
- Das World carshare consortium
- UITP Website über Carsharing
- Die Carsharing Association, gegründet im Januar 2011, ist ein Verband von 18 amerikanischen und australischen Carsharing-Organisationen, die sich auf eine einheitliche Definition von Carsharing, einen sogenannten "code of ethics" und auf gewisse Standards für die Praxis verpflichtet haben.
- Nationale Carsharing-Netzwerke oder Plattformen wie Carplus in UK (siehe auch die Car Clubs section auf deren webiste) und der "Bundesverband CarSharing" in Deutschland.
- Carsharing für Studenten in den Niederlanden
- Presseaussendung vom Oktober 2010 zu "Car2go Service geht nach Hamburg"

 

 

Events

Weitere Veranstaltungen finden sie im EPOMM Kalendar.

 

 
ECOMM website allinx feedback subscribe unsubscribe fullscreen news archive