Funding Mobility Management
Language:     en | cz | de | fr | it
ECOMM website allinx feedback subscribe unsubscribe fullscreen news archive
share on facebook
Liebe Leserin, lieber Leser,
woher nimmt man das Geld für Mobilitätsmanagement? Gute Frage. Die Verantwortung für Mobilitätsmanagement ist oft auf mehrere Ministerien eines Landes verteilt und verschiedene Länder haben dazu verschiedene Zugänge. Einen Überblick darüber zeigt der EU Mobility Management Monitor 2012. Jedes Land hat seine eigene Sichtweise und politische Agenda und bietet unterschiedliche Förderungsmöglichkeiten an. Wir gehen hier auf ein paar besonders interessante Förderprogramme für Mobilitätsmanagement auf regionaler und lokaler Ebene ein und versuchen unser Glück in der Lotterie (dazu später).

 

 

Ankurbelung von Mobilitätsmanagement auf regionaler Ebene

Förderprogramme in Finnland

Source: www.eltis.org

Das finnische Mobilitätsmanagement Programm unterstützt Regionen beim Start von Mobilitätsmanagement. Im Jahr 2012 finanzierten das Ministerium für Verkehr und Telekommunikation und die Finnische Transport Agentur 13 MM Projekte. Letztes Jahr wurden über das zweite Mobilitätsmanagement - Programm 13 neue Projekte mit einer Gesamtsumme von EUR 230.000,-- finanziert. Die Drahtzieher waren neue Regionen, und neue Investoren wie z.B. das Umweltministerium und das „Fit für’s Leben“ Programm. Die Projekte bieten eine breite Palette von Angeboten für unterschiedliche Gruppen. Hier ein paar Beispiele: Im Jahr 2012 stellte die finnische Regierung ein staatliches Förderprogramm für Mobilitätsmanagement (EUR 500.000,--) vor. Damit werden 14 bereits laufende regionale und neue, gerade erst gestartete, Mobilitätsmanagement-Projekte unterstützt. z.B. plant die Region Oulu, Mobilitätsmanagement-Trainings in Gemeinden und in Firmen durchzuführen, eine regionale Plattform für Mobilitätsmaßnahmen zu erschaffen und das Radfahren verstärkt zu fördern, z.B. durch einen „Internationalen Winter Radfahr Kongress“.

 

 

Auto Clubs in Schottland

Source: www.momo-cs.eu

Mit dem Programm „Entwicklung von Auto Clubs“ im Jahr 2010 gab „Transport Schottland“ den Auftakt, die Privatnutzung von Autos zu reduzieren. Das Programm bietet bereits existierenden und neuen Auto Clubs technische und finanzielle Unterstützung zusammen mit Car-sharing NGOs. Innerhalb von zwei Jahren wurden 11 neue Auto Clubs gegründet und 600 neue Auto Club Mitglieder dazugewonnen. Das bedeutet eine Einsparung von 148 Tonnen CO2 pro Jahr (mehr dazu im Programmrückblick 2010-2012). Das Programm geht 2013 weiter und investiert auch in eine Reihe von neuen Projekten, z.B. in einen peer-to-peer Auto Club, wo Privatleute deren Autos an Personen, die ein Auto benötigen, vermieten.

 

 

BYPAD in Belgien

Photo credits: Missvain

Die Regionalregierung und das Programm BYPAD (Bicycle Policy Audit) haben bereits viele Gemeinden bei kommunalen Radfahr-Plänen unterstützt. 2001 waren es 13 Gemeinden in der Region Walloon (französisch), 2012 6 Gemeinden in der Nähe von Brüssel und weitere 6 Gemeinden bisher im Jahr 2013. BYPAD erlaubt eine gründliche Analyse der Radverkehrspolitik, auf deren Basis ein jeweils passender Aktionsplan ins Leben gerufen wird. Um das Radfahren in der Region Walloon zu stärken, hat die Regierung 10 BYPAD Gemeinden 4 Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Der Radfahr-Plan soll in den Gemeinden innerhalb von vier Jahren erstellt und umgesetzt werden. Die Regionen um Walloon und um Brüssel hoffen, mit dieser Art der Förderung eine messbare Verkehrsverlagerung hin zum Rad zu erzielen. Einer in Belgien landesweiten Umfrage zum täglichen Reiseverhalten zufolge, werden derzeit nur 1 % der Fahrten in Walloon mit dem Rad gemacht und 3 % in der Brüsseler Region (BELDAM, nationale Erhebung über das tägliche Mobilitätsverhalten in Belgien, Report in französisch). BELDAM wird bei der ECOMM im Bereich B3 gezeigt.

 

 

Denk‘ global, handle lokal

Wachstum fördern durch mehr Nachhaltigkeit

Im Jahr 2011 veröffentlichte das „Department of Transport“ in Großbritannien sein White Paper ‘Creating growth, cutting carbon’. Mit diesem politischen Dokument und dem dazu gehörigen „Local Sustainable Transport Fund“ (lokalen Transport Fonds für Nachhaltigkeit) will die Regierung die CO2-Emmission eindämmen und gleichzeitig die lokale Wirtschaft in Schwung bringen. 600 Millionen Pfund wurden für Projekte verfügbar gemacht, die mit Mobilitätsmanagement im infrastrukturellen Bereich gegen die Umweltverschmutzung arbeiten. Insgesamt erhielten 96 Projekte in 77 verschiedenen Regionen für den Zeitraum 2011 - 2015 die Förderungszusage. Hier ein paar Beispiele:
  • South Central Bedfordshire: Nachhaltige Wege zur Beschäftigung: Ein auf Arbeitgeber, Jobsuchende, und Bewohner in Gemeinden mit wenig Einkommen gerichtetes Maßnahmenpaket. Auf Nachhaltigkeit basierende Transportmaßnahmen sollen 17.000 neue Jobs und 14.700 neue Häuser schaffen. Das Paket inkludiert u.a. die Rad- und Businfrastruktur zu verbessern, die lokalen Verkehrswege weiter zu entwickeln und auch die Haushalte darüber gut zu informieren sowie das Gehen / Radfahren bei lokalen Veranstaltungen zu bewerben.
  • Hampshire: Nachhaltige Verkehrsstädte: In 6 Städten sollen die Menschen dazu bewegt werden, zwischen ihrem Wohnsitz und ihrer Arbeitsstelle den Bus oder das Rad zu nehmen. Entwickelt werden Reiseplan-Netzwerke und verbesserte Reiseinformationen (Echt-Zeit Businformation in Trafiken oder auf den Smartphones), Rad-Trainings, die zum Radfahren ermuntern sollen, Radtourniere und Rad-Veranstaltungen). Das Mobilitätsmanagement-Projekt soll 6.700 Tonnen CO2 im Jahr bis 2015 einsparen.

 

 

Für ein CO2- neutrales Norwegen

Trondheim, die drittgrößte norwegische Stadt, Trondheim (180.000 Einwohner), wird als Trendsetter im Bereich Mobilität und Nachhaltigkeit gesehen. Radfahrern und Fußgängern wurde in der Europäischen Mobilitätswoche letztes Jahr sogar Geld ausbezahlt. Im Jahr 2012 hat Trondheim ein neues Transportpaket für Nachhaltigkeit beschlossen. Ca. 1.300 Mio. Euro (die Hälfte des Gesamtbudgets) sind für Straßeninfrastruktur, aber auch 160 Millionen Euro für Radfahr-Projekte und 270 Millionen Euro für den öffentlichen Verkehr budgetiert. Das Mautsystem der Stadt wird von jetzt an bis 2025 70 % seines Gesamtbudgets für die Straßeninfrastruktur, Radfahrprojekte, den öffentlichen Verkehr, Sicherheit im Verkehr und ein Mobilitätsberatungszentrum verwenden. Eine Grafik zeigt die verschiedenen Geldquellen im inneren Kreis und die geplanten Ausgaben im äußeren. Das Paket wird in Kürze vom norwegischen Parlament beschlossen, möglicherweise noch mit ein paar Änderungen, den nationalen Anteil der Einkommensseite betreffend.

Transnova, ein nationales Programm, angegliedert an die norwegische Straßenverwaltung, bietet seit 2009 Zuschüsse für lokale Demonstrations- bzw. Pilotprojekte, die den CO2-Ausstoß reduzieren, an. Firmen, Organisationen, lokale und regionale Behörden können um einen Zuschuss für ihre Projekte, die energieeffiziente Maßnahmen für den Transport beinhalten oder den Transportbedarf reduzieren, ansuchen. Das Gesamtbudget von Transnova beläuft sich auf 12 Millionen Euro für 2013. Hier ist eine Liste der geförderten Projekte.

 

 

Freie Fahrt in Tallinn

Source: Depositphotos

Die 400.000 Einwohner von Tallinn genießen seit 1. Jänner 2013 die freie Fahrt im städtischen öffentlichen Verkehr. Die Gemeinde Tallinn ist davon überzeugt, dass diese Initiative die extra 12 Millionen Euro wert ist und geht davon aus, dass die Menschen dafür ihr Auto stehen lassen. Die Mobilitätsmaßnahme wurde nach einer Volksbefragung umgesetzt: 68.059 Einwohner nahmen daran teil und 75,5 % haben dafür gestimmt. Auch eine internationale Konferenz unterstützte das Vorhaben. Abgesehen vom Vorhaben eine grünere Hauptstadt zu werden, plant die Stadt auch das soziale Wohlfahrtssystem zu verbessern.

 

 

Lotteriefonds in Großbritannien

Source: Depositphotos

Der Lotteriefonds in Großbritannien stellt jährlich insgesamt 600 Millionen Pfund der nationalen Lotteriegelder zur Verfügung für Projekte und Gemeindegruppen, die zur Verbesserung der Gesundheit, der Bildung und/oder der Umwelt beitragen. Mit diesem Beitrag wurde die Umsetzung von über 50 erfolgreichen Projekten zum Thema „Aktive Fortbewegung“ im Zeitraum 2008 bis 2012 möglich. „Aktive Fortbewegung“ bedeutet, sich mit eigenem Körpereinsatz zum Zielort zu bewegen, z.B. zu gehen oder Rad zu fahren. Hier sind einige Projektbeispiele dazu:
  • North Tyneside - Seid aktiv!
    Durch dieses Projekt wurde der Prozentsatz der ArbeitnehmerInnen, die alleine mit dem Auto zur Arbeit fahren, um 7 % reduziert und gleichzeitig der Anteil derer, die mit dem Rad zur Arbeit fahren, um 15 % erhöht. 2012 reisten bereits ein Drittel der ArbeitnehmerInnen auf nachhaltige Weise.
  • Fitter durch Gehen
    150 Gemeinden in 12 Gebietskörperschaften und 5 Regionen konnten durch dieses Projekt das Gehen populärer machen. 86 % der Projekte waren erfolgreich und bewirkten einen deutlichen Anstieg der Fußgänger in der Region. 78 % der Bevölkerung berichtete von vermehrtem Gehen (mehr dazu im Evaluierungsbericht).
Nationale Lotterie in Belgien Die nationale Lotterie in Belgien stellte im Dezember 2012 zwei brandneue Projekte vor mit den Themen „nachhaltige Entwicklung“, und „Armut und soziale Einbindung“ (NL & FR, 2.000.000 Euro) (NL & FR, 2.537.000 Euro). 2013 können auch Mobilitätsmanagement-Projekte eingereicht werden. Die nationale Lotterie unterstützt auch das nationale Radaustausch-System, das in 41 Bahnstationen eingerichtet worden ist (Blue bike).

 

 

Wussten Sie, dass…?


  • die EU Finanzierungs-Seite auf der Eltis Website einen Überblick über die großen Förderungsprogramme, die relevant sind für die nachhaltige Mobilität in Städten und Mobilitätsmanagement bietet? Ein Klick und Sie erfahren mehr über das Programmziel und den Zeitraum, in dem das Programm läuft und erhalten den Link zur Programm-Website.
  • die Europäische Kommission einen EU Fonds überlegt, der nur für die Städte zugänglich ist, die einen Plan für nachhaltige Mobilität (SUMP, Sustainable Urban Mobility Plan [http://www.mobilityplans.eu/index.php]) vorweisen? Dieser Gedanke wurde in einer öffentlichen Konsultation mit dem Titel „Entwicklung des Transports in Städten“, die zwischen September und Dezember 2012 abgehalten wurde, diskutiert. Das CIVITAS Political Advisory Committee, findet es sinnvoll, nur den Städten, die nachhaltige Mobilitätspläne vorweisen, EU-Förderungen für Transportprojekte anzubieten. Städte ohne nachhaltige Mobilitätspläne sollen aber in Ihrer Entwicklung nicht gebremst werden (mehr dazu im Positionspapier). Die öffentliche Anhörung und die Betrachtung des Aktionsplans für städtische Mobilität werden die Basis sein für die zukünftige Auseinandersetzung mit der städtischen Dimension der EU Transport-Politik 2013. Sie können dieses Thema mit Vertretern der Kommission bei ECOMM (im Plenum und in der Sitzung A3) diskutieren.
  • „klima:aktiv Mobil“, die österreichische Initiative für Klimaschutz, weitere 7 Jahre fortgeführt wird? Das vorherige Projekt lief von 2007 bis 2012 und war sehr erfolgreich: es wurden 2.900 Projekte mit 51,1 Millionen Euro umgesetzt und dadurch 1,78 Millionen Tonnen CO2 eingespart und 4.300 Arbeitsplätze gesichert (Bericht 2007 bis 2011). Die zweite Periode startete Anfang Februar 2013 und wird weiterhin Investitionen in umweltfreundliche Fuhrparks, Mobilitätsmanagement, E-Mobilität, Radfahren und erneuerbare Energie bis 2020 unterstützen.

 

 

Zukünftige Veranstaltungen





  • SUTUP 2013 - Internationale Konferenz für nachhaltige Stadt- und Verkehrsplanung (SUSTAINABLE URBAN & TRANSPORT PLANNING)
    16. - 17. Mai 2013 – Belgrad, Serbien
    http://www.eea.europa.eu/events
  • ECOMM 2013
    29. - 31. Mai 2013 in Gävle, Schweden
    http://ecomm2013.eu
For more events, please visit the EPOMM Calendar.

 

ECOMM website allinx feedback subscribe unsubscribe fullscreen news archive