Mobility Centres
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Liebe Leserin, lieber Leser,

nach Angaben des SUMOBIS Projekts ist eine Mobilitätszentrale Aushängeschild und Kommunikationsmotor einer nachhaltigen Mobilitätspolitik (übersetzt aus: Guide d'évaluation de projet SUMOBIS, S. 13). Dies könnte der Grund sein, warum Mobilitätszentralen in ganz Europa zu finden sind. In diesem e-update konzentrieren wir uns auf die Definition von Mobilitätszentralen, die Unterschiede in der organisatorischen Struktur und die breite Palette an Serviceangeboten. Erfahren Sie mehr über das neue europäische Netzwerk der Mobilitätszentralen, das nachhaltiges Mobilität über Grenzen hinweg ermöglicht.

Aktuelle Nachricht: Belgien ist mit der Belgischen Plattform für Mobilitätsmanagement (BEPOMM) nun Mitglied von EPOMM – EPOMM heißt es als elftes Mitglied willkommen!

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Was ist ein Mobilitätszentrale?

Eine Mobilitätszentrale wird als ein Zentrum definiert, das maßgeschneiderte Informationen und Serviceangebote zum Thema Mobilität bietet, und zwar nicht nur zum öffentlichen Verkehr, sondern auch zu anderen Verkehrsmitteln und Angeboten, z.B. Carsharing, Bike- Sharing, Parkplätzen, etc. (basierend auf der Definition von Max, S. 15). Eine Mobilitätszentrale ist auf städtischer oder regionaler Ebene tätig, auf der Mobilitätsdienstleistungen erbracht werden. Obwohl die öffentlichen Verkehrsmittel bei Mobilitätszentralen im Mittelpunkt stehen, sind Serviceangebote, die sich nur auf den Verkauf von Fahrkarten und die Herausgabe von sFahrplänen beschränken, keine echten Mobilitätszentren (Erfahren Sie mehr auf der Website des ILS - Institut für Landes- und Stadtentwicklungsforschung).
Idealerweise hat eine Mobilitätszentrale einerseits einen physischen Ort, der besucht, angerufen oder per Mail kontaktiert werden kann, und andererseits eine Website, die online multimodale Informationen, Routenplaner, etc. zur Verfügung stellt (bspw. Verkehrsregion Helsinki Region in Finnland, Mobil Zentral in Graz, Österreich und Centrale di Mobilità  in Mailand, Italien). Obwohl Informations- und Kommunikationstechnologien zunehmend an Bedeutung gewinnen, bleibt die physische Präsenz wichtig (z.B. SUMOBIS).
Qualifiziertes Personal, insbesondere geschulte Mobilitätsberater gehören zum Mindeststandard einer Mobilitätszentrale ( siehe dazu die Präsentation der ersten Mobilitätszentrale in Graz). Die französische Energieagentur ADEME führte jüngst eine nationale Untersuchung zu Mobilitätsberatern durch, Dies führte zur formellen Anerkennung des 'Mobilitätsmanagers' in Frankreich. Die Formalisierung des entsprechenden Anforderungsprofils und des Ausbildungsbedarfs sind im Gange.

 

 

Organisatorische Struktur

Mobility Centre in Graz

Guide to Mobility Centre in Padua

Mobility Centre in Padua

A Mobility Centre viewed from inside

Die Gründung und der Betrieb einer Mobilitätszentrale erfordern die Zusammenarbeit mehrere Partner: Häufig sind dies Verkehrsunternehmen, lokale, regionale und/oder nationale Behörden, Tourismusbüros, Unternehmen, … In jedem Fall ist eine solide Budgetierung erforderlich, bei der die Personalkosten den größten Anteil ausmachen. Die Gesamtkosten einer Mobilitätszentrale betragen je nach Größe und Leistungsumfang zwischen 50.000 € und 500.000 € pro Jahr, wie eine Abschätzung des ILS vor einigen Jahren ergab.

Viele Mobilitätszentralen erhalten finanzielle Unterstützung von der Bundes- oder Länderebene:
  • In Österreich leistete klima:aktiv mobil, die Klimaschutzinitiative des österreichischen Ministeriums für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft, finanzielle Unterstützung bei der Errichtung von elf neuen Mobilitätszentralen in Österreich und einem Netzwerk von 13 Mobilitätszentralen in der Steiermark ( erfahren Sie mehr)
  • Die flämische Regierung (Belgien) unterstützt in Kooperation mit Behörden in den Provinzen und Anbietern nachhaltiger Verkehrsangebote die Errichtung von fünf Mobilitätszentralen (eine in jeder Provinz), die eine gemeinsame Website ( Slimweg) haben (lesen Sie die Fallstudie der ersten Mobilitätszentrale in Antwerpen).
  • In Frankreich werden Initiativen gefördert, die in Armutsvierteln Beschäftigung fördern. Dies führte zu Entwicklung von 18 Mobilitätszentralen (auf französisch).
Verkehrsunternehmen, lokale Behörden und andere Organisationen wie z.B. Energieagenturen oder Tourismusbüros gewähren Mobilitätszentralen häufig zusätzliche Unterstützung. In den vergangenen zehn Jahren haben sich eine Menge Mobilitätszentralen durch die Unterstützung europäischer Projekte etabliert. Vor Kurzem war dies der Fall bei:
  • CIVITAS Elan: Im März 2012 wurden drei Mobilitätsinfo-Shops in Ljubljana eröffnet. Diese geben Auskunft über den städtischen ÖPNV und die slowenische Eisenbahn. Es ist geplant, dass sich mindestens eine dieser Einrichtungen bis Jahresende zu einer „echten“ Mobilitätszentrale weiterentwickeln soll.
  • SEE MMS project (Südosteuropäisches Programm zum Mobilitätsmanagement): SEE MMS Partnerstädte wollen bis Ende Juni 2012 zehn neue Mobilitätszentralen umsetzen. Einige Highlights:
    • Mobilitätszentrale in Lecce (Apulien/Italien), eröffnet am 29.11.2011: Strategisch gelegen am Hauptzugang zur Stadt und mit zwei Ständen in der Stadt vertreten; angebotene Leistungen: Tickets und Informationen zum ÖPNV in der Stadtregion, zum Parkraummanagement und Bike-Sharing.
    • Mobilitätszentrale in Padua (Norditalien), eröffnet am 19.12.2011: zusammen mit der Touristeninformation zentral am Hauptbahnhof gelegen, besitzt ein nutzerfreundliches Internetportal (auf italienisch). Das Mobilitätszentrale hat über 50 Besucher täglich.
    • Mobilitätszentrale in Athen, eröffnet am 10.04.2012: lokalisiert am Infopoint der Tourismusagantur im Athener Flughafen; zielt nicht nur auf Service und Information ab, sondern dient auch als Betriebs- und Koordinierungsstelle des Mobilitätsmanagements in Athen.
  • SUMOBIS (2009-2011): 'Verkehrsbüros' wurden eröffnet in Toulouse, Burgos, Oviedo, Ponferrada und ein virtuelles Büro in Huelva.

 

 

Mit ein wenig Hilfe einer Mobilitätszentrale...









Abhängig von den örtlichen Gegebenheiten kann ein Mobilitätszentrale viele unterschiedliche Services anbieten:
Transport for London (UK) hat zur Olympiade eine große Herausforderung zu bewältigen: das Verkehrsaufkommen in der Zeit der Spiele um 30% zu verringern. Um dieses Ziel zu erreichen, arbeiten 50 Agenten daran, die etwa 200.000 von ihnen in London abdeckten Geschäftskontakte hinsichtlich alternativer Mobilitätsmöglichkeiten zu beraten, um generell weniger unterwegs zu sein, weniger zu Zeiten starken Verkehrsaufkommens unterwegs zu sein oder andere Verkehrsmittel zu nutzen. Vor diesem Hintergrund wurde ein Toolkit entwickelt, mit dem Unternehmen ihren eigenen Aktionsplan selbst erstellen können. Einschränkungen der Parkmöglichkeiten im „olympischen Straßennetz“ sollen Verkehrsbehinderungen reduzieren, und einige Ampeln sollen mit dem Ziel eines besseren Verkehrsflusses ausgeschaltet werden. Fahrzeuge für den Transport der Athleten werden mit Ortungsgeräten ausgestattet, um im Kontrollzentrum erkennen zu können, welche Routen zu langsam sind und welche alternativen Routen genutzt werden können. Erfahren Sie mehr über das Thema im Video Keeping London Moving.

 

 

Brandneues europäisches Netzwerk von Mobilitätszentralen

Ab Juni 2012 wird das erste europäische Netzwerk von Mobilitätszentren (SEE MC NET) errichtet. Dieses Netzwerk sammelt und vernetzt alle möglichen Informationen und Daten zum öffentlichen Verkehr und anderen nachhaltige Verkehrsmitteln, die durch die Mitgliedern des Netzwerks zur Verfügung gestellt wurden. Die SEE MC NET will Bürgern und Touristen professionelle, hoch qualitative Informationen an die Hand geben, die es ihnen ermöglichen, sich nachhaltiger durch Europa zu bewegen.

Alle europäischen Mobilitätszentralen können kostenlos dem Netzwerk beitreten, indem sie einen Antrag an SEE MC NET senden (kontaktieren Sie Konstantina Tsamourtzi, Athanasios Chaldeakis oder Ingrid Briesner). Wird der Antrag akzeptiert, werden alle erforderlichen Informationen auf der SEE MC NET-Plattform veröffentlicht. Mitglieder werden mit dem blauen Mobilitätszentralen-Symbol ausgezeichnet.

 

 

Neue Publikationen in dem Bereich von Mobilitätsmanagement

  • Sustainable Transport, Mobility Management and Travel Plans. Marcus Enoch, Loughborough University, UK.
    Alles was Sie über Mobilitätskonzepte wissen müssen: Was macht sie besonders? Wie sehen sie aus? Wie gebräuchlich und wie effektiv sind sie? Weitere Informationen.
  • Best European practices in promoting cycling and walking. Transport Research Centre Verne, Tampere University of Technology, Finland.
    Das Buch bietet die neuesten Erkenntnisse hinsichtlich der Förderung von Radfahren und zu Fuß Gehen, indem es eine breite Bandbreite von Sichtweisen, Lösungen und Ideen für Planer und Entscheidungsträger in Städten, Gemeinden und öffentlichen Verwaltungen bereithält. Weiterführende Informationen.

     

 

Weitere Veranstaltungen

 
  • Abschlusskonferenz SEE MMS
    11. - 12. Juni - Athen (GRE)

  • Cities for Mobility World Congress
    1. – 4. Juli - Stuttgart (DE)
    more information

  • BYPAD Beginner's training
    2. - 4. Juli - Graz (AUT)
    more information

Für weiter Veranstaltungen besuchen Sie bitte den EPOMM Calendar.

 

 
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