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Liebe Leserin, lieber Leser,

Die Sommerferien kommen und der FIFA Worldcup ist in vollem Gange. Deshalb konzentriert sich der aktuelle Newsletter auf das Thema Veranstaltungen und Freizeitaktivitäten. Eine Veranstaltung zu organisieren birgt viele Herausforderungen. Nicht nur Abfallvermeidung und Lärmminderung sind wichtige Themen, die es bereits im Vorfeld zu betrachten gilt. Auch das Thema Mobilitätsmanagement verdient eine besondere Beachtung. Eine erfolgreiche Veranstaltung zieht während einer kurzen Zeitspanne zahlreiche Besucher an. Die reibungslose Erreichbarkeit minimiert die Unannehmlichkeiten für die Anwohner, macht die Veranstaltung attraktiver und vermindert gleichzeitig negative ökologische Auswirkungen.

In Kooperation mit dem DELTA-Projekt organisiert die EPOMM eine Konferenz zu diesem Thema:

 

 

Veranstaltungen organisieren

MM-Maßnahmen müssen bereits zu Beginn der Vorbereitungen berücksichtigt werden. Die Zusammenarbeit mit dem Veranstalter ist dabei besonders wichtig. Sowohl der Veranstalter als auch die Mobilitätsdienstleister haben ein gemeinsames Interesse an der Verhinderung von Verkehrschaos. Die Hauptaufgabe besteht darin, mehrere Zugangsmöglichkeiten zu der Veranstaltung anzubieten und umweltfreundliche Verkehrsträger zu bewerben. Für letzteres ist eine gute Kommunikation von großer Bedeutung. Bereits vor Beginn der Marketingkampagne für die Veranstaltung sollten detaillierte Informationen über alle Verkehrsträger vorhanden sein. In mehreren europäischen Städten sind die Veranstalter verpflichtet oder dazu angehalten, einen Mobilitätsplan zu erstellen. Die belgische Stadt Antwerpen arbeitet beispielsweise an einer Mobilitätsrichtlinie für Veranstaltungen. Werfen Sie einen Blick auf die entsprechende Präsentation, die im Rahmen des Workshops "Mobility Management for Events / Mobilitätsmanagement für Veranstaltungen” auf der ECOMM 2010 gehalten wurde.

 

Das EU-Projekt SMASH EVENTS (abgeschlossen 2004) entwickelte eine Reihe von Leitlinien, die Veranstaltern helfen sollen, ihre MM-Maßnahmen zu planen. Eine Checkliste, in der alle relevanten/zu berücksichtigenden Maßnahmen für die Planungs-, Umsetzungs- und Abschlussphase aufgelistet sind, wurde erarbeitet. Diese Maßnahmen reichen vom kombinierten Ticketverkauf, über die Verbesserung des öffentlichen Verkehrs, dem Beginn der Veranstaltung bereits im Bus, dem Aufbau eines Fahrgemeinschaftssystems, der Beschilderung nachhaltiger Verkehrsträger bis hin zu einer breit angelegten Kommunikation in den Massenmedien. Für jede dieser Maßnahmen bietet ein detailliertes Merkblatt Informationen über mögliche Maßnahmen, Gründe, warum diese umgesetzt werden sollten, wie dies zu tun ist und welche Kosten und Nutzen bei der Umsetzung entstehen. Die MM-Maßnahmen wurden von SMASH EVENTS bei vier verschiedenen Veranstaltungsarten getestet: bei kurzen Sport- oder Musikveranstaltungen ebenso wie bei dauerhaften oder saisonalen Veranstaltungen. Auf der SMASH EVENTS Website können Sie mehr über diese Maßnahmen und ihre Umsetzung lesen.

 

Beispiel: CarPooling in Slovenien

Ein gutes Beispiel dafür, wie MM ein Verkehrschaos bei Veranstaltungen vermeiden kann, sind Online-Plattformen, die Fahrgemeinschaften unter Veranstaltungsbesuchern organisieren. In Slovenien wurde beispielsweise von studentischen Organisationen eine Online Community implementiert, auf der Studenten freie Plätze in Ihren Autos für diejenigen anbieten, die kein Beförderungsmittel zu einem Konzert, einer Party oder jeglicher anderer Veranstaltung zur Verfügung haben. Für die breite Öffentlichkeit in Slovenien wurde innerhalb des EU-Projekts PRO.MOTION eine Website entwickelt, die nachhaltige Verkehrsträger bewirbt und gemeinsame Fahrmöglichkeiten zu Veranstaltungen ermöglicht.

 

Beispiel: Organisation von "begleitenden" Veranstaltungen in den Niederlanden

Eine weitere Maßnahme, die Verkehrsspitzen verhindert, ist die Organisation von "begleitenden" Veranstaltungen vor und nach dem eigentlichen Hauptprogramm. Oft warten alle Besucher bis die letzte Vorstellung vorbei ist und fahren dann nach Hause. Sie wollen alle den gleichen Zug erreichen, die gleiche U-Bahn nehmen oder den Parkplatz zur gleichen Zeit verlassen. In Amsterdam schließt die jährliche Veranstaltung SAIL beispielsweise traditionell jeden Abend mit einem Feuerwerk. Um ein Verkehrschaos zu vermeiden und den Menschenstrom zu entzerren, arrangieren die Veranstalter Musik Shows auch noch nach dem Feuerwerk. Die Verteilung der Menschenströme ist auch zu Beginn einer Veranstaltung ein großes Thema. Die Kapazität der Züge, Busse, … ist begrenzt und analog dazu hat auch die Kartenverkaufsstelle am Eingang des Events nur eine begrenzte Kapazität.

 

Beispiel: Integrierter Reiseplaner auf Veranstalter-Websites in Belgien

Maßgeschneiderte und genaue Informationen sind entscheidend, um die Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel zu fördern. Das flämische ÖPNV Unternehmen De Lijn entwickelt ein Widget (eine Internet-Anwendung), die eine online Reiseplanung auf Websites von beliebten Reisezielen wie beispielsweise Konzertsäälen ermöglicht. Für eine individuelle Reiseberatung muss der Besucher nicht mehr die Website von seinem Zielort verlassen, um zu dem Online-Reiseplaner zu gelangen. Darüber hinaus macht das Widget auch Angaben über die Höhe der CO2-Einsparung im Vergleich zu einer Anreise mit dem privaten Pkw. Die Anwendung befindet sich momentan in der Testphase (auszuprobieren hier – nur in Niederländisch) und wird von September an allen interessierten Veranstalter bereitgestellt.

 

Großveranstaltungen

Für Großveranstaltungen, die nicht nur Besucher aus der Region, sondern ein weltweites Publikum anziehen, müssen Mobilitätsmanager nicht nur Besucherwege in Betracht ziehen sondern auch die Mobilität von Arbeitnehmern/Angestellten, VIPs, Spielern oder Künstlern und die allgemeine Logistik der Veranstaltung (Catering, Lieferungen…). Das laufende EU-Projekt STADIUM zielt darauf ab, kommunalen Behörden Leitlinien und Instrumente bereitzustellen, um ein Verkehrsmanagementsystem bei solchen Veranstaltungen zu implementieren. Der Fokus liegt hierbei auf ITS-Instrumenten (Intelligent Transportation System). Es umfasst Maßnahmen wie integrierte Ticketverkäufe, Informationen über öffentliche Verkehrsmittel, Priorität von Bussen und mobile Reiseinformationen.

Großveranstaltungen sind Katalysatoren für Verbesserungen im Stadt- und öffentlichen Verkehr. Öffentliche Verkehrsmittel können von der Netzentwicklung und dem durch die Großveranstaltungen induzierten Imagegewinn profitieren. Frühzeitige Beratungen und eine kontinuierliche Zusammenarbeit zwischen dem ÖPNV-Unternehmen, dem Veranstalter und lokalen Behörden ist in dem Zusammenhang wichtig. Lesen sie mehr über Veranstaltungen und ÖPNV in diesem UITP Focus Paper (FR, DE, ES.)

 

Beispiel: Die Olympischen Spiele in Athen, Griechenland

Die Olympischen Spiele in Athen (August 2004) erzeugten, zusätzlich zu dem bestehenden lokalen Verkehr, eine große Anzahl von Wegen von Besuchern und Wettkämpfern. Da nur sehr wenige infrastrukturelle Veränderungen vorgenommen werden konnten, um das Reisen während der Spiele zu erleichtern, war Mobilitätsmanagement das entscheidende Instrument, um Verkehrsstaus zu bewerkstelligen. Alle Zuschauerbewegungen waren mit öffentlichen Verkehrsmitteln geplant, die aufgestockt und verbessert wurden. Auch der "normale" Stadtverkehrsteilnehmer wurde aufgefordert, die Pkw-Nutzung zu minimieren. Anwohner- und Mitarbeiter-Parkzonen wurden mit einer speziellen Erlaubnis eingerichtet. Besondere Aufmerksamkeit wurde der Information der Athleten, technischen Angestellten, Freiwilligen, der Medien und der internationalen und lokalen Besucher über das Olympische Verkehrssystem gewidmet. Dazu wurde eine breite Palette von Kommunikationsmittel angewandt: ein detaillierter Leitfaden für Zuschauer mit Karten, Broschüren, Newslettern, Briefkasten-Standorten (variabel), Outdoor-Anzeigetafeln, Call Centern, über Fernsehn und Radiofunk, Internet, … Durch die Nutzung von MM-Maßnahmen gelang es den Organisatoren, den Verkehrsfluss während der gesamten Olympischen Spiele zu beherrschen. Lesen Sie mehr über die komplexe Aufgabe der Planung und Steuerung von Verkehrsmitteln für die Olympischen Spiele in Athen in diesem ITE Artikel.

 

Beispiel: Das FIFA Holland-Belgien Bid

© Robert Stussi

Die Niederlande und Belgien haben das Fahrrad als Symbol für einen grünen FIFA Worldcup 2018 vorgestellt. Leihfahrräder und Fahrradstraßen bilden das Rückgrat des Konzepts.
Das bidbook, das der FIFA präsentiert wurde, enthält ein Mobilitätskonzept, das es den Fans erlaubt, umweltfreundlich zu den Stadien anzureisen. Das Highlight des Programms ist die Verfügbarkeit von 2 Millionen Fahrrädern für Fußballfans. In Stadtzentren und stadionnahen Gebieten werden während der WM autofreie Zonen installiert. Park & Ride- und Park & Bike-Einrichtungen werden an den Rändern dieser autofreien Zonen platziert. Wo notwendig, werden, hauptsächlich in den Städten, die WM-Austragungsort sind, neue Radwege gebaut. Das aktuelle Programm der Fahrradstraßen wird intensiviert werden. Lesen Sie hier mehr darüber.

 

Naherholung/Freizeit und Tourismus

Während der Sommersaison sind bestimmte Regionen von starkem saisonbedingtem Verkehr betroffen. Diese großen Verkehrsströme zu bewerkstelligen, ist eine große Herausforderung für die lokale Regierung und alle beteiligten Organisationen. Tourismus und Freizeitverkehr kann ähnlich wie einmalige Veranstaltungen, von Vorteil für den öffentllichen Verkehr sein. Lesen Sie hier mehr über die Vorteile von Tourismus für den ÖPNV. (FR, DE).

Durch Pilotprojekte in sieben Ländern bietet das EU-Projekt STREAM (2006-2009) touristischen Destinationen nachhaltige Lösungen an, die Pkw-Nutzung in Bergregionen, Erholungsgebieten und Küstenregionen zu vermindern, ... Der Abschlussbericht bietet einen Überblick über die durchgeführten Maßnahmen.

 

Das aktuelle DELTA Projekt konzentriert sich auf die Probleme und Belange, die mit dem Management saisonaler Verkehrssspitzen verbunden sind. DELTA führte eine Netzwerk-Plattform ein, die einen Erfahrungsaustausch zwischen Regionen und Mobilitätsexperten über den nachhaltigen Umgang mit saisonalen Verkehrsspitzen ermöglicht. Die Mitgliedschaft in dieser Plattform ermöglicht es, die endgültigen Ergebnisse des Projekts zu verwenden (ein Decision Support Instrument, welches zielgerichtete Mobilitätsprogramme für die Regionen liefert), hilft beim Aufbau von Kontakten zu anderen betroffenen Regionen und dabei, Praxiserfahrungen im Mobilitätsmanagement auszutauschen. Für mehr Informationen über das Netzwerk oder um Mitglied zu werden, besuchen Sie die Website www.delta-network.eu.

Das Decision Support Instrument (DSI), welches innerhalb des DELTA Projekts entwickelt wird, zielt darauf ab, die Dienstlseister im Nahverkehr und andere Unternehmen der Regionen mit starken jahreszeitlichen Schwankungen der Verkehrsnachfrage in der Auswahl des für die jeweilige Situation am besten geeigneten Mobilitätsprogramms zu unterstützen. Eine erste Evaluierung des DSI fand am 5. Mai in Graz (Österreich) statt. 17 Experten gaben wertvolles Feedback und nahmen an einer thematischen Diskussion teil. Die Beta Version des DSI kann unter www.deltadsi.imet.gr gefunden werden, während die finale Version auf der gemeinsamen DELTA und EPOMM Konferenz "Mobility management and Seasonal Traffic Flows” vom 4. - 5. Oktober 2010 in Athen (Griechenland) vorgestellt wird.

 

Beispiel: Umsteigepunkt in niederländischen Naturgebieten

Die Veluwe ist ein großes Naturgebiet in Gelderland (Niederlande), welches jedes Jahr viele Touristen anzieht. An sonnigen Tagen gibt es viel Verkehr, der die natürliche Umgebung negativ beeinflusst. Das Gebiet ist mit öffentlichen Verkehrsmitteln nicht gut zu erreichen, weshalb Besucher nicht umhin kommen, ihr Auto zu benutzen. Zur Verringerung der Verkehrsströme wurden Maßnahmen zur Steuerung des Autoverkehrs ergriffen. Dies beinhaltet relativ einfache Maßnahmen wie Verkehrszeichen, die die Autos am Rand des Gebiets halten und die Gestaltung aufwändigere Maßnahmenbündel, die Besucher zu einer bestimmten Stelle des Gebiets lenken. Der "Veluwe Umsteigepunkt Nunspeet" ist ein Beispiel für eine solche Anlage. Er liegt am Rand des Gebietes in der Nähe eines Bahnhofs und der Autobahn. Der Umsteigepunkt hat einen großen Parkplatz und bietet zahlreiche Attraktionen für Eltern mit Kindern (Spielplatz, Aktivitätszentrum, Ausgangspunkt für Wanderungen, …). Mit all diesen Maßnahmen wird der Verkehr vom zentralen Punkt des Naturgebiets ferngehalten. Weitere Fallstudien aus den Niederlangen finden Sie in der Broschüre "A day out. Examples of recreational traffic”.

 

 
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