Funding Mobility Management
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Major of Gavle at opening speech
Picture: Rober Stüssi

Liebe LeserInnen,

In den letzten Tagen des Monats Mai versammelten sich rund 300 Fachleute für Mobilitätsmanagement in Gävle/Schweden zur die 17. Auflage der European Conference on Mobility Management (ECOMM). Gävle ist ein inspirierender Ort für Mobilitätsmanager, und es ist eine kompakte Stadt, wo alles bequem zu Fuß oder mit dem Fahrrad zu erreichen ist. Im Winter hat die Stadt auch eine stringente Schneeräumung, die konsequent und bevorrangt auf Radwegen stattfindet (nach spätestens 4 cm Schneefall; Straßen erst nach 10 cm). Sogar die Bürgermeisterin kam bei der ECOMM mit einem Fahrrad auf die Bühne.

Die diesjährige Konferenz sah viele Beiträge zum Thema “Sharing Economy“ („Nutzen statt Besitzen“), die Nutzung der Informationstechnologie und Gamification, um Alternativen zum Auto zu fördern, weiters zum Nachweis der finanziellen und wirtschaftlichen Vorteile des Mobilitätsmanagements für die Gesellschaft, und zu Werkzeugen für die Städte zu Beurteilung ihrer nachhaltigen Stadtentwicklung und Mobilitätspolitik (SUMP). Alle Vorträge sind online verfügbar, und in diesem e-Update finden Sie einige Highlights aus dieser sehr inspirierenden Ausgabe der ECOMM.

Termin vormerken!

Nächstes Jahr wird die ECOMM in Florenz/Italien stattfinden, von 7. bis 9. May 2014.

Haben Sie Interesse, die ECOMM 2015 auszurichten?

Bewerbung bis 31. Oktober 2013 – Online Information hier.

 

 

Nachhaltiger Verkehr als Teil des täglichen Lebens

 

Die diesjährige Konferenz zeigte auf, wie nachhaltige Verkehrspolitik ein Teil des täglichen Lebens werden kann. Dies ist von besonderer Bedeutung für z.B. die breitere Region Gävleborg, da viele der Bewohnerinnen in den ländlichen Gebieten leben und über weite Strecken zur Arbeit in die Stadt pendeln. Sie brauchen einen einfachen Zugang zu nachhaltigen Verkehrsträgern, um ihre täglichen Wege, reibungslos und intermodal zurücklegen zu können. Einige der besten Lösungen für nahtlose Mobilität erhielten einen Synaptic Award auf der ECOMM.

Mobilitätsmanagement besteht aus "weichen Maßnahmen zur Reisebeeinflussung vor dem Start“, so ECOMM Moderator Christer Ljungberg. Und da es am besten ist, jung anzufangen, wurde eine Gruppe von schwedischen StudentInnen eingeladen, die Ergebnisse ihrer Umfrage über nachhaltige Mobilität vorzustellen sowie einige der gesetzten Initiativen, so z.B. Gratis-Busfahrten für alle, die ihre Autoschlüssel dem Busfahrer zeigten.

Die diesjährige Eröffnung endete mit einer „Liste von Empfehlungen aus dem Panel, was Mobilitätsmanager tun sollten. Hier ist sie:

  • Beweisen Sie die Wirksamkeit von MM (Mark Major, DG MOVE)
  • Arbeiten Sie an der Integration von Maßnahmen und politischen Bereichen (Christof Marx, EACI)
  • Entwickeln sie neue Lösungen im Geist des „Benutzens statt Besitzens“(Ronald Haverman, MyWheels)
  • Geben Sie ein gutes Beispiel ab und geben Sie den Menschen Vorbilder (Odette Van de Riet, EPOMM)
  • Verwenden Sie Geschichtenerzählen als ein wirksames Instrument zur Beeinflussung von Personen (Swedbank)

 

 

Die “Sharing Economy“ - eine Gesellschaft des Teilens (Nutzen statt Besitzen)

Ronald Haverman von MyWheels (NL) in den Niederlanden, startete die Konferenz mit einem inspirierenden Überblick über die Raum greifende “Sharing Economy“, die laut Haverman die Mobilität verändern wird. Es gibt viele Online-Dienste, um unsere Häuser, unsere Mahlzeiten und unsere Ausrüstung mit anderen zu teilen. Peer-to-Peer-Carsharing-Initiativen übertragen die Philosophie des „Nutzens-statt-Besitzens“ auf das Auto. Zumal Vertrauen die Währung der neuen Sharing Economy ist, werden die Menschen ihre Online-Reputation als wichtigstes Kapital in der Zukunft sehen (siehe TED Vortrag über das Vertrauen von Rachel Botsman). Während Bike-Sharing in den meisten Fällen erfolgreich ist (siehe die Vorträge von Benoit Beroud von Mobiped und den Bike-Sharing-Vortrag von Ronald Haverman), scheint sich die Peer-to-Peer-Carsharing nur langsam durchzusetzen. MyWheels (NL) verfolgt einen anderen Ansatz, indem Peer-to-Peer-Carsharing mit einem MyWheels Carsharing-Fuhrpark kombiniert wird. Die Anwendung ist auch mit der Toogethr (NL) Fahrgemeinschaften Plattform verbunden, so können Sie jederzeit ihren Carsharing zu einer Fahrgemeinschaft machen. Friso Metz von KpVV erklärt, warum Städte Carsharing fördern sollten, anstatt nur dem Markt zu überlassen.

Gunnar Granberg präsentierte die SpaceTime Anwendung, die einen multi-modalen Reiseplaner mit einem Fahrgemeinschafts-Matchingsystem kombiniert. Es hilft dem Anwender, Gruppenreisen auch mit anderen Verkehrsträgern zu planen. Ein weiteres inspirierendes Beispiel kam mit den Skjutsgruppen, einer Car-Pooling-Plattform, die 30.000 Mitglieder in Schweden und darüber hinaus hat (siehe ihre Facebook-Seite auf Schwedisch und teilweise Englisch). Im Geiste der Sechs-Abstufungen-der-Separation-Theorie, integrieren sie Facebook und Twitter in ihre Plattform, um Menschen zu zeigen, wie der scheinbar Fremde, den sie zu sich ins Auto laden sollen, in Wirklichkeit ein Freund von einem Freund von einem Freund von ihnen ist. Für die Einführung von Fahrgemeinschaften ist die Überwendung der kritischen Masse die wesentliche Hürde. Tom Murray Willis von Contemporary Transport zeigte, wie £ 1 „Belohnung“ pro Fahrgemeinschaftstrip das Salisbury Car Share Scheme doppelt so effektiv wie die besten Fahrgemeinschafts-Systeme am Markt machte.

 

 

Beweise

 

Wie Mark Major von der DG MOVE bereits während der Eröffnungsrede bemerkt hatte: Wir müssen die Wirksamkeit von Mobilitätsmanagement kommunizieren. Colin Black von Contemporary Transport zeigte in seinem Vortrag dass in Großbritannien trotz unzähliger Beweise für die Wirksamkeit von MM, letzteres nicht als politische Priorität etabliert werden konnte. In London jedoch führten die Olympischen Spiele im Jahr 2012 zur Implementierung eines sehr umfangreichen Mobilitätsmanagement-Programms, mit Kampagnen, auffälligen rosa Hinweisschildern, vielen Stewards, die in rosa gekleidet Menschen im Verkehr informierten etc. Siehe die Keynote-Präsentation von Iain Macbeth.

Viel Information zu Beweisen der Wirksamkeit von MM findet sich auch auf der LinkedIn-Seite von Contemporary Transport. Sarah Martens von Mobiel 21 fasste einige beeindruckende Zahlen zusammen, die MM bewirken kann. Interessante Zahlen wurden auch von den belgischen Mobilitätserhebungen von Peter Andries vorgestellt, während Sophie Tyler von The Means zeigte, wie nachhaltige Modi einen Weg aus der Rezession bieten können. Die heißeste #ecomm2013 Diskussion auf Twitter über die Auswirkungen des Mobilitätsmanagements war derjenige über kostenfreie öffentliche Verkehrsmittel, nach der Erfolgsgeschichte von der Gemeinde Avesta in Schweden.

 

 

Gesundheit

 

Christian Schweizer von der WHO stellte mit THE PEP das Verkehr, Gesundheit und Umwelt Pan-European Programme (THE PEP) vor, das wichtige Akteure aus diesen drei vom Verkehr betroffenen Sektoren zusammen bringt. Er zeigte, wie die Top 4 Ursachen der vorzeitigen Todesfälle in Europa stark vom Verkehr geprägt sind, nicht zuletzt durch übermäßigen Lärm (siehe Bericht Krankheitslast von Umgebungslärm). Das WHO Health Economic Assessment Tool (HEAT) kann verwendet werden, um die gesundheitlichen Vorteile von Verkehrsverlagerung auf zu Fuß gehen oder Radfahren zu monetarisieren.

In einem nordischen Land wie Schweden liegt das Thema des Winterradfahrens nicht fern. Mehrere Vorträge beschäftigten sich mit den gesundheitlichen Vorteilen des Radfahrens und deren Wegfall während der Winterpause (siehe die Präsentationen von Anna Ahlgren von der Gemeinde Örebro in Schweden und Erik Stigell von Trivector). Die jährliche Winter-Radfahrer-Kampagne in der Region Gävleborg gibt RadfahrerInnen Anreize zum Radfahren im Winter (siehe die Präsentation der Gemeinde Linköping).

 

 

Die EPOMM Auszeichnung

 

Seit 2012 vergibt EPOMM Auszeichnungen für die besten internationalen Transferprojekte von Politik und Best-Practices:

Der diesjährige Award ging an das Projekt MOBALB für städtisches Mobilitätsmanagement in Albanien. Die Region Flandern unterstützte die Stadt Shkodra in Albanien in die Einführung und Entwicklung eines Mobilitätsmanagementplans. Dies wurde vom Institut für Transport in Tirana unterstützt. Nektar Duma von der Stadt Shkodra hat in seinem Vortrag über die langjährige Radfahrkultur berichtet, die informellen Shared-Space Regeln, die der Koexistenz von Autos und nachhaltigen Verkehrsmodi in der Stadt zugrunde liegen, und die Bedrohungen durch die immer höheren Status erlangenden Autos. Sowohl Shkodra als das Institut für Transport waren auf Einladung bei der diesjährigen ECOMM zu Gast.

Der zweite Platz ging an den Verein Vélocampus in Frankreich als „Exporteur“ und UTravelActive im Vereinigten Königreich als „Importeur“ - für die Übertragung von einem ausgeklügelten Studentencampus Fahrradverleih- Schema.

Der dritte Platz ging an die ÖV-Betreiber von Funchal auf der Insel Madeira in Portugal Horários do Funchal als Exporteur und Tallinn in Estland als Importeur - für die Übertragung von einem Orientierungs-Wettbewerb per Bus.

 

 

Sustainable Urban Mobility Planning

Source: http://mobilityplans.eu

Eine der ECOMM Sessions wurde den SUMPS (nachhaltige städtische Mobilitätspläne) gewidmet, mit Vorträgen dreier europäischer Projekte, die SUMP-Audits entwickeln: QUEST, ADVANCE und Ecomobility SHIFT.

Am Tag vor dem ECOMM startete Ecomobility SHIFT das finalisierte Audit und vergab "Medaillen" an jene sechs Städte, die das Audit getestet hatten: Bronze für Oss (NL), Burgas (BG), Turnhout (BE), Dundee (UK ) und Miskolc (HU), und Gold für Lund (SE).

Am gleichen Tag hatten auch die 30 Partner des Projekts ENDURANCE in Gävle ihre Kick-off Meeting. EPOMM koordiniert dieses Projekt zu SUMPs. Sie erfahren mehr über das Projekt im September-e-Update.

 

 

Tack, Sweden!

EU DG MOVE-Vertreter Mark Major‘s Blick auf das überraschende Abstimmungsergebnis über obligatorische MM-Regeln während seiner Präsentation

Wir blicken auf eine sehr erfolgreiche, gut organisierte und inspirierende Konferenz zurück. Neben den Themen in diesem e-Update, waren auch Vorträge zu IT und Gamification (siehe auch letzter e-update), (E-) Shopping, E-Mobilität, MM für den Güterverkehr, MM während Baustellen, Rad-und Forschungsmethoden zu erleben - alle Vorträge hier. Neuerungen auf der Konferenz umfassten die neue Option der Abstimmung während der Präsentationen (TED) sowie einen Twitter-Wettbewerb mit Preisen für jene „Twitterer“ mit den meisten oder besten Tweets über #ecomm2013. Dies führte zu interessanten Online-Diskussionen und die gemeinsame Nutzung der markantesten Erkenntnisse aus den Vorträgen. EPOMM hofft auf die Diskussion mit Ihnen allen weiterhin bei der nächsten ECOMM in Florenz!

 

 

Die nächsten Veranstaltungen

Für weitere Veranstaltungen besuchen Sie bitte den EPOMM Kalender.

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