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Werte LeserInnen,

diese Ausgabe des E-update widmet sich den neuesten Entwicklungen bezüglich der Thematik „Fahrrad und Mobilitätsmanagement“. Hierbei kann auf eine Fülle von Materialien von der Velo-city Global Konferenz zurückgegriffen werden, die im Juni in Kopehagen stattgefunden hat und u.a. von EPOMM-VertreterInnen besucht wurde.
Radfahren ist ein unverzichtbarer Bestandteil des Mobilitätsmanagements, zumal Radfahrförderungsmaßnahmen im Vergleich zu Infrastrukturmaßnahmen in anderen Bereichen (Auto, ÖV) meist recht günstig ausfallen. Außerdem ist das Rad häufig ein guter Ersatz für das Auto - es ist schneller, einfacher, gesünder und macht Spaß!
Und: Radfahren befindet sich in den meisten europäischen Städten auf der Überholspur – gekennzeichnet durch einen steigenden Anteil am Modal Split als auch an Verkehrsausgaben.
Um das gezeichnete Bild zu vervollständigen, hier ein Auszug an EU-Projekten zum Thema Radfahren:

Die Vorbildstadt: Kopenhagen und Velo-city Global

Diese Jazz-Bigband war in Rikschas auf der Radparade in Kopenhagen unterwegs

Kopenhagen war ein würdiger Veranstaltungsort für die Velo-city: unterschiedlichste Kommunikations-, Interaktions- und Präsentationsformate wurden vorgestellt, und das durchwegs von exzellenten Sprechern und PräsentatorInnen. Kopenhagen zeigte sich von seiner Fahrrad-“Sahneseite” - mit ausgezeichneter Infrastruktur und einer abschließenden Radparade mit 2000 TeilnehmerInnen inklusive Bürgermeister (sehen Sie da Video hier).
Interessante Features der Stadt bzw. der Konferenz waren u.a.:
Einige statistische Highlights: 37% der PendlerInnen in Kopenhagen legen ihre Arbeitswege mit dem Fahrrad zurück, 70% davon auch im Winter, 55% der Radfahrenden sind Frauen und 25% der Zwei- oder Mehrkindfamilien bestzen Lastenfahrräder – in Summe 15 000 in Kopenhagen.
Hier findet sich ein 3 Minuten Videoclip, der einen Eindruck von der Stadt und der Konferenz vermittelt – hier eine etwas längerer Version (10 minutes), von der kanadischen “8-80 Städte initiative”– vorgestellt von Gil Penalosa in einer sehr inspirierenden Art und Weise.

Erfolg auf der ganzen Linie – aktuelle Entwicklungen in europäischen Städten


NYC Dep. of Transportation

Beeindruckende Bilder aus New York kamen von Janette Sadik Khan, nebst beeindruckender Entwicklungen wie dieser.
Der Anteil des Radverkehrs steigt also in vielen großen Städten, wenngleich auch in manchen Fällen von bescheidenem Niveau weg, wie z. B. in Brüssel und Sevilla.
  • Seit 2004 hat Brüssel sukzessive den BYPAD-Prozess (Auditierung der Radverkehrspolitik) verfolgt, der auch in rund 100 weiteren Städten implementiert wurde. Damit ist es gelungen, den Radverkehrsanteil von 1,7% auf 4% zu steigern, siehe Präsentation.
  • Sevilla wird Austragungsort der nächsten Velo-city Konferenz (23-25 März 2011) sein (Videoclip). In Sevilla ist es gelungen, durch kluge Investitionen den Radverkehrsanteil innerhalb weniger Jahre von ca. 1% auf 6% zu steigern. Die Präsentation zeigt klar, wie effizient Investionen in den Radverkehr sein können: Investitionen pro Personenkilometer Rad waren um ca. das 1000-fache billiger als pro Personenkilometer U-Bahn und um ca. das 100-fache billiger als pro Personenkilometer Straßenbahn.
  • Auch in vielen zentraleuropäischen Städten zeigen sich erfreuliche Trends – siehe diese Präsentation.
Die Velo-city hat gezeigt, dass nicht nur zwischen einzelnen Staaten große Unterschiede bestehen, sondern auch zwischen Städten innerhalb eine Landes. Fortschritte sind aber in jedem Umfeld und bei unterschiedlichstem Status bezüglich Modal Split möglich, auch in kalten Regionen wie Oulu in Finnland oder Städten mit hügeliger Topographie wie Lausanne in der Schweiz (siehe Präsentation).

Und welche Rolle spielt Mobilitätsmanagement bei all dem?

“Stadt der RadlerInnen”-Brochure, Kopenhagen

Mobilitätsmanagement - das sind Kampagnen, Kooperationen, Organisation und Information zum Mobilitätsverbund. All das spielt eine wichtige Rolle bei der (Weiter-)Entwicklung des Radverkehrs. So müssen z. B. neue Radverleihsysteme bekannt gemacht werden, um Erfolg zu ermöglichen. Oft müssen recht unterschiedliche Partner zusammenarbeiten, etwa wenn es um die Kombination von Fahrrad und Bahn geht. Auch NGOs spielen eine wichtige Rolle für gute Radverkehrspolitik. Im Folgenden einige Kooperationsbeispiele, die im Rahmen der Velo-city vorgestellt wurden:
  • In Wien/Österreich gibt es seit 2010 eine interessante Kooperation zwischen der Supermarktkette Spar und der Stadt.
  • UITP, die internationale Vereinigung für öffentlichen Verkehr wirbt für eine Kooperation zwischen ÖV und Radfahren (zur Präsentation)
  • Eine gemeinsame Präsentation zwischen Fietsersbond (Niederländischer Farhrradverband) und der Stadtverwaltung von Amsterdam zeigt, wie essentiell diese Kooperation für den Erfolg des Fahrrads in Amsterdam ist.
  • Das größte Stadtentwicklungsgebiet in Skandinavien, Nordhavnen in Kopenhagen, integriert Raumplanung, Mobilitätsmanagement und Radverkehrspolitik.
Einige EU-Projekte zeigen weitere Möglichkeiten auf:
  • Active Access bewirbt „zu fuß gehen“ und Radfahren für Alltagswege im lokalen Umfeld
  • BAMBINI zielt auf eine Sozialisierung “Pro nachhaltiger Verkehr” von Kleinkindern (0-6 Jahre) und deren Eltern ab
  • LIFECYCLE verbindet Radfahren mit Gesundheit und stellt eine Quelle für praktische Ideen dar, um lebenslanges Radfahren zu fördern
  • PRESTO behandelt den Kompetenzaufbau in der Radverkehrsplanung
  • Trendy Travel bietet die Broschüre „20 Argumente für das Radfahren“ in 8 Sprachen an.
  • BICY und die Nordic cycle cities sind Städtenetzwerke, die das Radfahren fördern.
Einige der wichtigsten Erkenntnisse der Velo-city in Kopenhagen: Menschen nutzen das Fahrrad hauptsächlich, weil es praktisch ist und Spaß macht, Umwelt- und Gesundheitsbelange sind sekundär. Sie wünschen sich Investitionen zur Verbesserung des Radverkehrs seitens der Verwaltungen. Selten geschieht alles “über Nacht”, jedoch können oft relativ rasch und günstig Verbesserungen implementiert werden. Kommunikation und Kooperation sind wichtig und werden durch laufende bzw. auch größere Infrastrukturverbesserungen unterstützt.

Überzeugende Kosten-Nutzen Verhältnisse

Aufgrund fehlender Evaluierungsdaten ist es oft schwierig, überzeugende Kosten-Nutzen-Verhältnisse von Mobilitätsmanagementmaßnahmen darzustellen. EPOMM empfiehlt daher geeignete Tools wie MaxSumo und MaxEva zu verwenden. MaxSumo ist in 8 Sprachen verfügbar.
Die Velo-city Global konnte mit einigen interessanten Fakten und Präsentation zur Kosten-Nutzen-Thematik aufwarten:
  • Emmanuel Roche hat den “Wirtschaftsfaktor Fahrrad in Frankreich” evaluiert und kommt zum Schluss, dass Investitionen in den Radverkehr sehr kosteneffizient sind und einen Aufschwung für die Wirtschaft bedeuten (eine Untersuchung in Österreich kommt zum selben Ergebnis).
  • Thomas Götschi untersuchte das Kosten-Nutzenverhältnis von Radverkehrsinvestitionen (inklusive Bewusstseinsbildung) für die US-Stadt Portland: je investiertem Dollar ergeben sich 4,8 Dollar volkswirtschaftlicher Benefit (siehe Präsentation).
  • Wie auch schon oben angeführt, zeigt das Beispiel Sevilla hohen Nutzen bei geringen Investitionen in den Radverkehr (sieh Seite 9 und 10 der Präsentation).
  • Untersuchungen in Kopenhagen haben gezeigt, dass jeder Radkilometer 16€ volkswirtschaftlichen Gewinn für die Gesellschaft bedeutet (siehe Broschüre „Bicycle Account 2008“ – letzte Seite).
All das soll EntscheidungsträgerInnen quer durch Europa überzeugen, in Radverkehr zu investieren – es zahlt sich aus!

Konferenz zu Mobilitätsmanagement und saisonal bedingten Verkehrsbelastungen


Montag 4. und Dienstag 5. Oktober 2010, Athen, Griechenland

Sie arbeiten im Bereich Mobilitätsmanagement? Sie sind an Ursachen und Maßnahmen um saisonale Verkehrsbelastungen nachhaltig zu managen interessiert? Diese Konferenz verbindet beide Themenbereiche!

Der erste Tag dieser Veranstaltung hat das Ziel, Mobilitätsmanagementlösungen für Regionen mit saisonalbedingten Änderungen der Verkehrsnachfrage aufzuzeigen, basierend auf den Ergebnissen des DELTA Projekts.
Der zweite Tag steht unter dem Titel “Entwicklung nachhaltiger und intelligenter Mobilitätslösungen” und legt den Schwerpunkt auf Workshops und Netzwerken. Dieser anregende Tag bietet neben dem Besuch des EPOMM Cafés, in dem fachliche Schwerpunkte diskutiert werden, die Möglichkeit ihr spezielles lokales Mobilitätsproblem mit Experten aus ganz Europa zu diskutieren. Teilen Sie uns ihre lokale Mobility Challenge bei der Registrierung mit!
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Erfolgreiche Beispiele zum Thema Mobilitätsmanagement

Sie sind eingeladen, Ihre lokalen “success stories” sowie Mobilitätsmanagementprojekte im Rahmen des "Success Stories' Trail" zu präsentieren. Buchen sie kostenlos einen Stand!
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Das Konferenzprogramm finden Sie hier.

Teilnahme kostenlos! Registrierung geöffnet: www.epomm.eu/epomm-network2010!


“MOVE 2010 – Sport & Gesundheit: eine strategische Partnerschaft”





20-24 Oktober 2010

MOVE2010 ist eine europäische Konferenz für “Sport für alle” und “Gesundheit”. Folgende vier Themenbereiche werden behandelt:
  1. Bewusstseinsbildung pro Sport für alle und Gesundheit – Erfolgsfaktoren
  2. Strategieentwicklung für Sport für alle und Gesundheit
  3. Gesunde und aktive Städte – Netzwerkaufbau
  4. Qualitätsanforderungen für gesundheits- und sportfördernde Programme
Weitere Information finden Sie hier.

Präsentiert wird u.a. LIFE CYCLE, ein Projekt des EU-Programms für öffentliche Gesundheit. In diesem Rahmen findet auch eine Trainingssession zum Thema "Radfahren ein Leben lang – Angebote für alle Altersgruppen" statt.
 
lept cedex Lebensministerium IMTT
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