SUMP, an opportunity for Mobility Management
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Liebe Leserin und lieber Leser,
Pläne für nachhaltige urbane Mobilität (Sustainable Urban Mobility Plans, kurz SUMP) haben für die Europäische Kommission absolute Priorität. Im Aktionsplan für urbane Mobilität wird gleich als erste Maßnahme die Beschleunigung der Einführung von Plänen für die nachhaltige urbane Mobilität gefordert. Das Weißbuch für Verkehr *) aus dem Jahr 2011 schlägt vor, die Einführung von verpflichtenden urbanen Mobilitätsplänen zu prüfen. EPOMM unterstützt, wie Sie sehen werden, die Einführung von SUMPs aus guten Gründen. Die ECOMM 2013 wird sich mit einer Reihe von Themen befassen, die im Speziellen auch für die SUMP relevant sind: Raumplanung, Gesundheit, Gütertransport, Wirtschaft, öffentlicher Raum und Radfahren. Der Call for Papers wurde bereits gestartet; Einreichschluss ist der 10. Dezember 2012. EPOMM ruft seine Mitglieder auf, ihre Erfahrungen mit der Einführung von SUMP zu präsentieren und aufzuzeigen, welche Rolle Mobilitätsmanagement im SUMP zukommt.

*) „WEISSBUCH Fahrplan zu einem einheitlichen europäischen Verkehrsraum – Hin zu einem wettbewerbsorientierten und ressourcenschonenden Verkehrssystem“


Neueste Meldung: Die von EPOMM koordinierte Projekteinreichung ENDURANCE wurde von der zuständigen Stelle bei der EU-Kommission (EACI) positiv evaluiert. ENDURANCE steht für "EU-Wide Establishment Of Enduring National And European Support Networks For Sustainable Urban Mobility". Das große Projektkonsortium setzt sich aus Partnern aus 25 europäischen Staaten zusammen und umfasst auch drei Städtenetzwerke (POLIS, EUROCITIES und ICLEI). Mit dieser Unterstützung für die Jahre 2013 bis 2016 erwartet EPOMM einen starken Impuls für nachhaltige urbane Mobilität in Europa setzen zu können!

 

 

Plan für nachhaltige urbane Mobilität (Sustainable Urban Mobility Plan, SUMP) in aller Kürze

Fotorechte: ADVANCE

Ein Plan für nachhaltige urbane Mobilität (SUMP) ist ein "Strategischer Plan, entwickelt um die Mobilitätsbedürfnisse der Menschen und Unternehmen in den Städten und ihrer Umgebung für eine bessere Lebensqualität zu erfüllen. Er baut auf den bestehenden Planungspraktiken unter Berücksichtigung der Integration, Partizipation und Evaluationsprinzipien auf. "(www.mobilityplans.eu)

Verkehrsplanung ist nicht neu, aber SUMP geht weiter als bisher gewohnt. Es ist ein neuer und auf Menschen ausgerichteter Planungsansatz. Seine grundlegende Merkmale sind:
  • ein partizipativer Ansatz;
  • die nachhaltige Förderung der wirtschaftlichen Entwicklung, der sozialen Gerechtigkeit und der ökologischen Qualität;
  • die Integration von Politikbereichen;
  • klare, messbare Ziele und klare Bewertungspläne;
  • Kostenersparnis
Im Mittelpunkt der SUMP-Methodik liegt der Fokus auf Lebensqualität und einer hohen Qualität des öffentlichen Raumes. Ein SUMP sollte eine sichere, umweltfreundliche und (kosten-) effiziente Mobilität sowie Zugang zu Arbeitsplätzen und Dienstleistungen für alle garantieren.

Der SUMP als Planungskonzept erhält zunehmend mehr Bedeutung. SUMP war das Thema der European Mobility Week 2012 und die Europäische Kommission hat soeben den ersten EU Sustainable Urban Mobility-Plan-Award für Kommunen ins Leben gerufen (www.dotherightmix.eu).

 

 

Mobilitätsmanagement als Kernstück des SUMP

Quelle: www.eltis.org


Fotorechte: ADVANCE

Wo traditionelle Verkehrspläne dazu neigen, die Lösung der Verkehrsprobleme im Ausbau der Infrastruktur zu suchen, betont SUMP Lebensqualität, Qualität des öffentlichen Raums, Maßnahmen zur Förderung des öffentlichen Nahverkehr, des zu Fußgehens und des Radfahrens. Die Charakteristik eines SUMP entspricht der Charakteristik von Mobilitätsmanagement (MM) - und MM ist daher ein wesentliches Element in jedem SUMP.

Das Weißbuch für Verkehr *) regt Städte dazu an, urbane Mobilitätspläne mit einem breiten Angebot aller Verkehrsmittel zu entwickeln.Es sollten Raumplanung, Preismodelle, effiziente öffentliche Verkehrsverbindungen und Infrastruktur für Fußgänger und Radfahrer - sowie Lade-/ Betankung von sauberen Fahrzeugen beinhaltet sein. Das Ziel ist, Staus und Emissionen zu reduzieren. Leider hebt das Weißbuch weder die Erhaltung bzw. Steigerung der Lebensqualität als Ziel hervor, noch den großen Einfluss, den relativ kostengünstige "weiche" Maßnahmen auf die Einstellung der Menschen und deren Verhalten haben können, wenn sie mit den oben genannten "harten" Maßnahmen kombiniert werden.

Im Gegensatz dazu hat das Europäische Wissensvermittlung-Konsortium CORPUS Mobilitätsmanagement als einen zentralen Ansatz für die Veränderung von aktuellen unhaltbaren Mobilitätsmuster identifiziert. Von CORPUS wurde dazu eine Forschungsagenda ausgearbeitet, in der die Verhaltensänderung als eine Grundvoraussetzung für die gewünschte Veränderung im Mobilitätsverhalten angesehen wird. Als einen der fünf Schlüssel, um nachhaltige Mobilität in Europa zu erreichen, werden mehr ambitionierte und innovative Maßnahmen im Mobilitätsmanagement gefordert (Mehr dazu auf Eltis).

 

 

Erfahrungen der EPOMM Mitglieder

Portugal: EPOMM unterstützt die Aufnahme von MM in die nationale SUMP Strategie
In Portugal wurden in den Jahren 2009-2010 Leitlinien für eine nachhaltige Mobilität und Verkehrspläne entwickelt. Sie waren Teil eines Mobilitätspakets, das Städte in den Bereichen Mobilität, Erreichbarkeit und Stadtplanung unterstützt. IMTT, die zuständige Stelle der zentralen Verwaltung für die Koordination des Landverkehrs und auch die innerstaatlichen Anlaufstelle EPOMM für Portugal, koordinierten die Vorbereitung dieser Dokumente. Sie basieren auf verschiedenen Studien in Zusammenarbeit mit einer Reihe von portugiesischen Experten. Weitere Transport-Profis gaben ihren Input auf einer internationalen Konferenz in Zusammenarbeit mit EPOMM.

 

Street art von Peter Gibson – Quelle: WebUrbanist Frankreich: Über SUMP hinaus
Seit dem Jahr 1996 sind in Frankreich Städte mit mehr als 100.000 Einwohnern verpflichtet, SUMPs zu erstellen. Im Moment gibt es etwa 60 genehmigte obligatorische SUMPs in Frankreich. Darüber hinaus müssen Städte dieser Größe Mobilitätszentren installieren. Deshalb ist Mobilitätsmanagement in der Regel ein Teil des genehmigten SUMP. Manche Städte gehen über den SUMP Rahmen und ihre rechtlichen Verpflichtungen hinaus und setzten freiwillig zusätzliche Pläne um. Ein Beispiel dafür ist die Stadt Straßburg, die ihren "Plan für Fußgänger“ (“plan piétons”) im Jänner 2012 genehmigt hat. Dieser ergänzt den offiziellen SUMP um 10 Hauptaktionen für die urbanen Fußgänger.

 

Niederlande: Inwieweit entsprechen niederländische Mobilitätsplane den SUMP?
Das Transport Knowledge Resource Centre KpVV untersuchte, inwieweit niederländische Mobilitätspläne mit der SUMP-Philosophie korrespondieren. Der Untersuchungsbericht (Englische Zusammenfassung auf Seite 9) zeigt positive Ergebnisse, obwohl in vielen Plänen der Fokus auf Energieverbrauch, CO2-Emissionen, Effizienz und Wirtschaftlichkeit fehlt. Es gibt auch Raum für Verbesserungen bei der Formulierung der erreichbaren und messbaren Ziele, Kostenbewusstsein sowie Evaluierung und Verbesserung. Laut der Studie sollten niederländische Mobilitätspläne mehr auf die Verbesserung der Lebensqualität und nicht nur auf die Lösung von Verkehrsproblemen fokussieren. Eine weitere Empfehlung ist es, Bürger und Interessengruppen in den gesamten Prozess und nicht nur während bestimmter Phasen zu involvieren.

 

 

Evaluierung von SUMO europaweit – QUEST und ADVANCE











The Stadt Stettin erhält das auditierte ADVANCE Zertifikat – Fotorechte von ADVANCE

Das Weißbuch Verkehr sieht eine Evaluierung von obligatorischen urbanen Mobilitätsplänen nach nationalen Standards und basierend auf den EU-Richtlinien vor. Es wird ferner vorgeschlagen, Finanzmittel für Städte und Regionen an die Vorlage einer „Urbanen Mobilitätperformance“ und eines „Nachhaltigkeitsaudits“ zu knüpfen. QUEST und ADVANCE sind zwei europäische Projekte, die mit einer dieser Audit-Methodik arbeiten.

Das ADVANCE Konsortium testet derzeit seinen Prototypen des Auditierungsschemas in Stettin (Polen), Malmö (Schweden) und Schaerbeek (Belgien). Bis zum Ende des Jahres 2012 wird das Schema überarbeitet und in 8 europäischen Städten angewandt werden. Das Programm richtet sich an mittelgroße Städte mit 35.000 bis 450.000 Einwohnern. Weitere Informationen: Projektinfoblatt, state of the art report.

Das QUEST Audit eignet sich für die Prüfung von Mobilitätsstrategien von kleinen und mittelgroßen Städten. Fünfzig Städte aus ganz Europa sind an QUEST beteiligt und dabei zeigt sich, dass es viel Nachfrage nach Beratung zur städtischen Mobilitätsplanung gibt. Folgende fünf von ihnen sind Projektpartner und haben die Methodik getestet: Bath, Gävle, Gent, Padua und San Sebastian. Weitere Informationen: QUEST Methodik, state-of-the-art report.

Die Ergebnisse der QUEST-Vorreiter zeigen, dass die Entwicklung eines SUMP einen Schub für Mobilitätsmanagementmaßnahmen geben kann. In Gävle, Schweden, waren der wichtigste Teil des QUEST Aktionsplan Anreize für den öffentlichen Verkehr. Dazu gehören viele Mobilitätsmanagement Maßnahmen wie Echtzeit-Reiseinformationen, Unternehmenskampagnen und verschiedene Testschemata. Auch in Padua, Italien, waren Kommunikation und Einbeziehung der Betroffenen die wichtigsten Prioritäten, die durch das QUEST-Audit deutlich wurden.

Beide Auditierungsprozesse arbeiten mit einen ausgebildeten Auditor, Vertretern der Stadt und Interessengruppen. Beide führen zu einem Aktionsplan für die Verbesserung und eine Urkunde. Ein detaillierter Vergleich der beiden Methoden ist geplant.

EPOMM steht als Integrations- und Verbreitungsplattform für die beiden aufeinander abgestimmten Auditierungsprozesse zur Verfügung.

 

 

Mobilityplans.eu – die Website für SUMP

Copyright: Jens Lennartsson

Die Website www.mobilityplans.eu wurde im Rahmen der ELTISplus (2010-2013), für die Europäische Kommission aufgebaut. ELTISplus soll Informationen zu SUMP für lokale und regionale Behörden in mehr als 30 europäischen Ländern zur Verfügung stellen. Die Richtlinien für die Entwicklung und Umsetzung von nachhaltigen urbanen Mobilitätsplänen helfen bei der Erstellung eines SUMP in 11 wichtigen Schritten. Der Input von mehr als 100 Experten findet in diesem Dokument Berücksichtigung. Es dient als Grundlage für SUMP Bewusstseinsbildungs- und Trainings-Workshops in ganz Europa. Im Mai 2013 wird ELTISplus den Entwurf für die endgültige Fassung der Leitlinien herausgeben. Weitere Quellen sind die SUMP Broschüre in 16 Sprachen verfügbar, der state-of-the-art-Bericht und ein Promotion-Video (Teil 1, Teil 2, Teil 3).

 

 

Veranstaltungen

Weitere Veranstaltungen finden Sie im EPOMM Kalender.

 

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